/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Ein ungebetener Besucher

Oliver Jeske über Lukas 19,5

Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.

Lukas 19,5

Wenn’s um ungebetenen Besuch geht, bin ich eigentlich kein Freund von Überraschungen. Und doch gibt es Augenblicke, da freue ich mich, wenn mir jemand signalisiert: Komm, in dieser Situation lasse ich dich nicht alleine. Ich bin an deiner Seite.

So ähnlich – freudig überrascht – muss sich vor 2.000 Jahren ein Zöllner namens Zachäus gefühlt haben. Er hatte sich gesellschaftlich isoliert und war wahrscheinlich sehr einsam. Und da kommt plötzlich Jesus von Nazareth und sagt:

„Ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.“

Jesus schickt keine vorsichtige Anfrage. Er fällt mit der Tür ins Haus und trifft den Nerv von Zachäus. Jesus zeigt dadurch, wie Gott selbst ist. Er sieht mich dort, wo ich isoliert bin. Und er akzeptiert nicht meine Schmollecke oder meinen selbstgebauten Bunker, in den ich mich zurückgezogen habe. Jesus bricht in mein Leben ein – manchmal völlig überraschend.

Die Reaktion von Zachäus war frappierend: Aus dem ausgegrenzten Einzelgänger wird jemand, der an heilwerdenden Beziehungen interessiert ist und auch etwas dafür tut.

Auch in meinem Leben möchte ich Gott viel zutrauen. Mal schauen, wann er das nächste Mal wieder vor meiner Tür steht – völlig ungebeten, aber hoffentlich herzlich willkommen.



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