/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Ein herrlicher Staffelstab

Tobias Schier über Johannes 17,22.

Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, auf dass sie eins seien, wie wir eins sind.

Johannes 17,22

Herrlich! Wer, ich? Nein! Ich bin doch nicht herrlich. Da reicht ein morgendlicher Blick in den Spiegel: Dieser Anblick ist nicht das, was ich unter herrlich verstehe. Da reicht es, wenn ich am Abend den Tag reflektiere: Da waren einige Situationen, die nicht herrlich waren.

Und doch hat Jesus für seine Jünger bis zum heutigen Tag gebetet: „Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast.“ Steht so im Johannesevangelium. Jesus hat mir also schon Herrlichkeit verliehen. Nicht irgendeine Herrlichkeit, sondern dieselbe, die er auch von Gott bekommen hatte. Ich habe göttliche Herrlichkeit. Wenn ich mich das laut sagen höre, läuft mir vor Ehrfurcht ja fast ein Schauer über den Rücken. Ich komme ins Nachdenken…

Die Herrlichkeit Gottes in mir ist nichts, was ich aus mir selbst heraus produzieren kann. Sie wird mir gegeben. Deswegen ist die Tatsache, dass ich sie habe, auch ganz unabhängig von meinen eigenen Gedanken und Gefühlen. Sie ist aber auch unabhängig von dem, was andere über mich sagen und erzählen.

Gott hat seine Herrlichkeit an mich weitergegeben. Das steht fest. Echte Wahrheiten wie diese sind unabhängig von Gefühlen und äußeren Einflüssen. Ich darf sie scheinen lassen, damit andere Gott darin entdecken können.

Es ist wie bei einem Staffellauf: Jesus hat den Staffelstab der Herrlichkeit an mich weitergeben. Meine Aufgabe ist jetzt: Loslaufen mit dem Stab in der Hand. Leben mit der Herrlichkeit im Herzen – um sie an andere weiterzugeben.



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