/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Trost in größter Not

Oliver Jeske über 2. Korinther 1,5.

Wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus.

2. Korinther 1,5

Wie sich ein Ertrinkender fühlt, der in letzter Sekunde aus dem Wasser gezogen wird – oder ein Mensch, den man gegen alle Hoffnung aus einem eingestürzten Haus gerettet hat – alles das werde ich sehr wahrscheinlich nie erfahren. Und ich will es auch nicht!

Es wäre selbstzerstörerisch, würde ich mir Leid in meinem Leben wünschen. Und doch gibt es eine Kehrseite des Leids, die man eben nur als Betroffener erfahren kann.

Der große Theologe und Apostel Paulus schreibt um das Jahr 55 nach Christus seinen zweiten uns erhaltenen Brief an die Christen in Korinth. Er berichtet von Todesgefahr. Ja, er hatte schon mit seinem Leben abgeschlossen. Und gleichzeitig trifft er eine starke Aussage:

„Ich leide mit Christus und in seinem Dienst in reichem Maß. Aber ebenso reich sind der Trost und die Ermutigung, die mir durch ihn geschenkt werden.“

Trost kann nur erfahren, wer Trost braucht. Logisch! Wie unermesslich weit Gottes Trost reicht, erfährt eben der, der ihn auch nötig hat.

Deshalb sehne ich mich nicht nach dieser Erfahrung. Aber ich kann auf die Situationen blicken, in denen Gott mich getröstet hat. Und ich darf staunen und kann dankbar sein über die Erfahrung eines Paulus und vieler anderer Christen, die mir bezeugen: Gott ist treu – auch in der größten Not.



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