/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Eins fehlt!

Steffen Brack über Lukas 15,4.

Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er eines von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste lässt und geht dem verlorenen nach, bis er’s findet?

Lukas 15,4

Als Kind hatte ich einmal eines meiner Fahrtenmesser verloren. Ich besaß eine ganze Sammlung solcher Klingen. Aber das ist jetzt egal. Es geht nur um das eine, das ich auf einer Wiese verloren habe. Mehrere Stunden suche ich im Gras. Aber ich finde es nicht. Frustriert gehe ich nach Hause. Aber nur, um mich nach dem Abendessen erneut auf die Suche zu machen. Ich habe es schon damals nicht ertragen, etwas zu verlieren. Damit habe ich etwas gemeinsam mit Gott. Ganz im Ernst! Das wird deutlich an einer Episode, die im Lukasevangelium überliefert ist:

Da kommen einmal ganz besonders fromme Leute zu Jesus. Sie beschweren sich, weil Jesus sich mit Menschen abgibt, die augenscheinlich nichts mit Gott am Hut haben. Jesus antwortet den Frommen: „Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?“

Jeder einzelne Mensch ist Gott wichtig. Und gerade auch diejenigen, die nicht an Gott glauben. Jesus vergleicht sie mit dem einen Schaf, das jemand verloren hat. Es ist doch total logisch, dass jeder sich aufmacht und sucht, was er verloren hat. Und deshalb ist Jesus auch bei Leuten, die ohne Gott leben. Das sind die Menschen, die aus Gottes Sicht verloren sind. Also nicht dort, wo sie hingehören. Denn wir alle gehören eigentlich zu Gott, der uns geschaffen hat. Und er liebt uns. Auch Sie und mich. Und Gott sucht uns deshalb auch so leidenschaftlich. Wenn sich ein Mensch von Gott finden lässt, dann freut er sich. Also Gott freut sich. Und der gefundene Mensch auch.



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