/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Im Herzen berührt

Wolf-Dieter Kretschmer über Jesaja 58,10.

Wenn du den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen.

Jesaja 58,10

Ich gehe gerne spazieren. In dieser Jahreszeit kommt es immer wieder einmal vor, dass es dunkel wird, während ich noch unterwegs bin. Draußen auf den Feldwegen begegnen mir dann Menschen, die fast ausnahmslos ein Licht mit sich tragen. So kann ich sie schon von Weitem sehen und bin folglich nicht überrascht, wenn plötzlich jemand mit seinem Hund im Dunkeln vor mir steht.

Im Buch Jesaja ist die Rede von Dunkelheit und einem aufgehenden Licht. Aber anders als während der Advents- und Weihnachtszeit ist hier nicht von Jesus Christus, dem Licht der Welt die Rede. Es geht um mich, mein Herz und wie ich meinen Glauben lebe. 

Der Prophet Jesaja erinnert mich daran, dass der Glaube mehrdimensional ist. Natürlich steht an erster Stelle die Beziehung „nach oben“. Aber mein Verhältnis zu den Mitmenschen ist ebenfalls wichtig. Vor allem ein Aspekt: mein Verhalten gegenüber den Bedürftigen. Im Buch Jesaja klingt das so:

Wenn du den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen. (Jesaja 58,10)

Wenn Jesaja davon spricht, dass ich den Hungrigen mein Herz finden lasse, dann geht es darum, dass ich mich der Not meines Gegenübers nicht verschließe, sondern großzügig reagiere. Wenn ich das tue, wird mein Verhalten wie ein Licht in einer dunklen Welt sein, das gut sichtbar aufleuchtet und Hoffnung verbreitet.



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