/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Reich sind immer die anderen

Markus Baum über 1. Timotheus 6,17-19.

Bibelvers

Den Reichen in dieser Welt gebiete, dass sie nicht stolz seien, auch nicht hoffen auf den unsicheren Reichtum, sondern auf Gott, der uns alles reichlich darbietet, es zu genießen; dass sie Gutes tun, reich werden an guten Werken, gerne geben, zum Teilen bereit sind und sich selbst einen Schatz sammeln als guten Grund für die Zukunft, damit sie das wahre Leben ergreifen.

1. Timotheus 6,17-19

Viele Gebote und Verbote in dieser Welt tangieren mich nicht wirklich. Die runden orangefarbenen Schilder an Brücken zum Beispiel – die müssen mich nicht kümmern, denn mein Kleinwagen ist kein Panzer, wiegt nicht zig Tonnen, wird so eine Brücke schon nicht übermäßig belasten. Bei anderen Dingen ist das nicht ganz so einfach. Ich brauche und verbrauche Energie und Wasser, also gehen mich entsprechende Vorschriften und Empfehlungen schon an.

Was meine Vermögensverhältnisse betrifft: Ich habe gegenwärtig genug zum Leben. Aber bin ich deshalb reich? Die einschlägigen Aussagen in der Bibel, die beziehe ich nur selten auf mich. Wenn der Apostel Paulus im 1. Timotheusbrief seinem Mitarbeiter rät, dass er den Reichen in seiner Gemeinde ins Gewissen reden soll – von wegen sie sollen sich nichts auf ihren Wohlstand einbilden, Eigentum verpflichtet und so weiter – dann blicke ich erst mal neben und hinter mich. Ich bin doch wohl nicht gemeint, oder?

Reich sind immer die anderen, ich bin‘s nicht. Aber ich wäre es natürlich schon gern. Insofern geht mich durchaus an, was Paulus da empfiehlt: Ich soll meine „Hoffnung nicht auf den unsicheren Reichtum setzen, sondern auf Gott.“ Ich soll anderen „Gutes tun“, soll „freigiebig sein und mit anderen teilen“, was ich habe. Ich kann durchaus nach einer bestimmten Art Reichtum streben: „Reich werden an guten Werken“ – das ist Paulus zufolge der Schlüssel, „um das wahre Leben zu erlangen.“ Materieller Reichtum ist vergänglich – ein „unvergänglicher Schatz“ im Himmel ist erstrebenswert. Das leuchtet ein. Jetzt muss ich nur noch entsprechend handeln.



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