/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Wie viel braucht der Mensch?

Horst Kretschi über Jesaja 5,8.

Bibelvers

Wehe denen, die ein Haus zum andern bringen und einen Acker an den andern rücken, bis kein Raum mehr da ist und ihr allein das Land besitzt!

Jesaja 5,8

In meiner Schulzeit haben wir in Deutsch eine Erzählung von Leo Tolstoi gelesen. Sie heißt "Wieviel Erde braucht der Mensch?" Die Hauptfigur der Erzählung ist der Bauer Pachom, der immer mehr Land besitzen will. Obwohl es ihm stetig besser geht, hat er nie genug.

An diese Erzählung aus dem 19. Jahrhundert musste ich denken als ich die Verse der heutigen Losung aus dem Prophetenbuch Jesaja gelesen habe. Dort steht im 5. Kapitel: "Wehe denen, die sich ein Haus nach dem anderen bauen und ein Grundstück nach dem anderen kaufen, bis keines mehr übrig ist! Sie finden erst Ruhe, wenn das ganze Land ihnen gehört." (Jesaja 5,8)

Der Prophet Jesaja spricht im Auftrag Gottes diese warnenden Worte an die Immobilien- und Großgrundbesitzer der damaligen Zeit. Dabei besteht seine Kritik nicht darin, dass es grundsätzlich falsch wäre, etwas zu besitzen. Auch nicht der große Besitz ist das Problem. Es ist vielmehr die Gier, die hinter dem Kauf der vielen Häuser und Ländereien steht, die Gott kritisiert.

Und es ist auch die Tatsache, dass durch den Kaufrausch der Reichen kein Land mehr für die übrig bleibt, die weniger Geld zur Verfügung haben. Und noch etwas kommt hinzu: Wer seinem großen Besitz mehr vertraut als Gott, der vergisst, wer der Herr auch über den großen Besitz ist. Die Fragen an mich lauten heute deshalb: Welche Beziehung habe ich zu Geld und Besitz? Und wem vertraue ich in meinem Leben?   


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