/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Eine neue Form des Gottesdienstes

Horst Kretschi über Psalm 68,27.

Auch wenn es sich nicht so anfühlt, so ist doch in einer Woche bereits Ostern. Heute ist tatsächlich schon Palmsonntag. Heute und erst recht in der kommenden Osterwoche wären die christlichen Kirchen und Gemeinden voller Menschen. Christen auf allen Kontinenten würden in ihren Gottesdiensten Gründonnerstag, Karfreitag und natürlich Ostern feiern. Würden das tun wozu der israelische König David in einem seiner Psalmen aufruft: "Lobt Gott in den Versammlungen" (Psalm 68,27). Wie seit fast 2000 Jahren würden Frauen und Männer, Junge und Alte Gott Lieder singen und ihm danken für seinen Sieg über Sünde und Tod.

Das ist so nun nicht möglich, weil sich Christen zu ihren Gottesdiensten in der Osterwoche nicht versammeln dürfen. Die Corona-Krise hat auch davor nicht halt gemacht. Doch deswegen ist Ostern ja nicht abgesagt! Viele Gemeinden haben kreative Wege gefunden, um doch "gemeinsam" Gottesdienst zu feiern. Sie versammeln sich jetzt vor Fernsehern, Radios, Computern und Laptops. Und tatsächlich fühle ich mich auf eine ganz eigene Art mit anderen Menschen verbunden.

Mir wird klar, dass die Gemeinde Gottes mehr ist, als das, was ich sonntags um 10 Uhr sehe. Das war schon immer so, aber nun wird es mir deutlich vor Augen geführt; paradoxerweise gerade dadurch, dass ich die anderen Menschen eben nicht sehe. So betrachtet, hat die gegenwärtige Krise auch etwas Gutes. Sie macht mir noch einmal sehr deutlich, dass ich weltweit mit allen Christen verbunden bin, auch wenn ich sie nicht sehe. Auch wenn Christen zurzeit räumlich getrennt und mitunter alleine sind, so loben sie doch im Herzen und im Geist gemeinsam einen Gott, der größer ist als jede Krise, egal wie sie aussehen mag.



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Kommentare

Von URo am .

Moin Herr Kretschi,
ich hatte mit einem Mönch ein Gespräch in dem auch Corona ein Thema war.
Viele fragen warum?
Seine Antwort: Fragt wozu!
Und einen Teil Antwort gibt Ihr Beitrag. Ich hoffe die Menschen nehmen die Pandemie als Auslöser sich selber zu hinterfragen. Es ist doch nicht zu spät Verhaltensweisen zu hinterfragen.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie und dem Team alles Gute.
MfG
UR


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