/ Anstoß - Gedanken zum Tag

„Wie hätten Sie’s denn gern?“

Oliver Jeske über Epheser 3, 20+21

Bibelvers

Dem aber, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus durch alle Geschlechter von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Epheser3,20-21

Im Bekanntenkreis unserer Familie gab es einen Schmied. Der konnte richtig lustig sein, hatte immer wieder einen flotten Spruch auf den Lippen. Einmal ist er zum Friseur gegangen. Er hatte schon deutlich lichtes Haar. Als die Dame, die ihn bedient hat, gefragt hat: „Wie hätten Sie’s denn gern?“, war sein Spruch: „Ach, hier oben an der kahlen Stelle dürfte es etwas mehr sein!“ Ein Witz, klar! Aber was glauben Sie, wie alle gestaunt hätten, wenn diesem Scherz entsprochen worden wäre. Wenn diese Friseurin Kenntnis von irgendeinem Geheimmittel gehabt hätte. Und auf einmal wäre dieser alte Schmied wieder mit einer vollen natürlichen Haarpracht durchs Dorf gelaufen.

Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass es keinen Coiffeur gibt, der so etwas vollbringen kann. Und doch macht mich diese schelmische Art des alten Schmieds nachdenklich. Kann ich mir davon etwas abschauen für meine Beziehung zu Gott? Sollte ich meinem Schöpfer gegenüber vielleicht manchmal verwegener, ja verrückter sein mit meinen Bitten? Immerhin heißt es von ihm in der Bibel:

Gott kann unendlich viel mehr an uns tun, als wir jemals von ihm erbitten oder uns ausdenken können. So mächtig ist die Kraft, mit der er in uns wirkt. 

Ihm gehört die Ehre in der Gemeinde und durch Jesus Christus in allen Generationen, für Zeit und Ewigkeit! Amen.

Halten wir fest: Gott vermag unsere Erwartungen an ihn zu toppen. Wir können gar nicht groß genug von ihm und seinen Möglichkeiten denken. Also fangen wir doch einfach an: Legen wir Gott ganz offen unsere Wünsche auf den Tisch. Seien wir mutig. Weil wir sowieso nicht überblicken können, wie Gott auf unsere Herzensanliegen reagieren wird. Ich glaube, dass manche Antwort von ihm anders ausfallen wird, als wir es erwarten. Auf jeden Fall sollten wir damit rechnen, dass er unsere Erwartungen übertreffen kann. Und das Staunen und Jubeln darüber kann dann Raum greifen weit über unseren eigenen begrenzten Horizont hinweg.


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