/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Der erste Schritt zur Besserung

Markus Baum über Jesaja 59,12f

Bibelvers

Unsre Abtrünnigkeit steht uns vor Augen, und wir kennen unsre Sünden: abtrünnig sein und den HERRN verleugnen.

Jesaja 59,12–13

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung, behauptet der Volksmund. Da ist was dran. Wer von sich selbst restlos überzeugt ist, keinerlei Selbstzweifel und keine Skrupel kennt - wie kann man so jemandem helfen? Das gestaltet sich eher schwierig. 

Wir Menschen sind fehlbar, sonst wären wir Maschinen. Als Menschen können wir über uns hinauswachsen, können Großes erreichen - leider erstreckt sich das Talent aber auch auf die andere Seite: Wir können Dinge grandios falsch einschätzen, treffen mitunter verhängnisvolle Entscheidungen, schaden damit uns selbst und anderen. Darauf kann man eigentlich nicht stolz sein - obwohl, auch das soll es geben: Menschen, die sich sogar auf ihre Missgriffe und auf schuldhaftes Versagen etwas einbilden.    

Selbsterkenntnis wäre heilsam. Leider gibt es in der Menschheitsgeschichte genügend Beispiele, dass verblendete Menschen erst dann zur Besinnung kommen, nachdem sie eins vor die Glocke bekommen haben. Beim Volk Israel haben das vor 2800 Jahren die Assyrer besorgt und ein paar Generationen später die Babylonier. Die Einsicht war genauso schmerzhaft wie die erlittene nationale Katastrophe. Im prophetischen Buch Jesaja wird die Selbsterkenntnis auf die Formel gebracht: "Unsre Abtrünnigkeit steht uns vor Augen, und wir kennen unsre Sünden: Abtrünnig sein und Gott, den HERRN, verleugnen." - 

Selbsterkenntnis war auch in diesem Fall der erste Schritt zur Besserung. Die Reue hat den Boden bereitet für einen Neuanfang. Der Gott Israels, der Vater Jesu Christi ist bekannt dafür, dass er Menschen so etwas ermöglicht. Auch heute noch. 


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