/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Hart aber ehrlich

Andreas Odrich über Hiob 42,2

Bibelvers

Ich erkenne, HERR, dass du alles vermagst, und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer.

Hiob 42,2

Was weiß ich eigentlich über Gott? Wenn ich ehrlich bin, schwankt dieses Wissen. Und zwar abhängig von der Situation, in der ich mich gerade befinde. Geht es mir gut, ist Gott "okay". Geht es mir schlecht, dann sehe ich auch Gott ziemlich kritisch.

Dem alten Hiob in der Bibel geht es ähnlich. 42 lange Kapitel sind dem Vertrauenskampf des Hiob in Gott gewidmet. Erst hat Hiob sein Schäfchen im Trocknen: Viehherden, Kinder und Kindeskinder - großes Gottvertrauen. Doch dann wird Hiob alles genommen. Hiob landet wortwörtlich in Sack und Asche - große Verzweiflung. Hiob verliert allen Mut. Seine Freunde reden auf ihn ein und setzen ihm zu, bis ihm die Ohren kreischen.

Doch dann zieht Hiob einen Strich. Er fängt noch einmal von vorne an zu glauben. Hiob sagt zu Gott: "Ich habe erkannt, dass du alles vermagst und kein Plan für dich undurchführbar ist."

Und hier liegt der Schlüssel. Die Qualität Gottes lässt sich nicht an meinem eigenen Ergehen messen, die Qualität Gottes liegt in seiner Größe und in seiner Macht. Das hat Hiob schmerzlich erkennen müssen. Hier spricht ein nunmehr gereifter Hiob, der erst auf sehr harte Weise lernen musste, dass nichts im Leben selbstverständlich ist. 

Letztlich hilft auch mir diese Geschichte - dann nämlich, wenn ich erkenne, dass ich gerade nicht auf Wolke 7 schwebe sondern ein Stück harten Weges vor mir liegt.


Reaktion an den Autor ist über das Kontaktformular möglich.