/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Ein Lebensstil wider das Leistungsdenken

Oliver Jeske über Johannes 15,8

Bibelvers

Jesus spricht: Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

Johannes 15,8

Er arbeitete in der Werbeabteilung eines Versicherungsunternehmens. Der Vorstand forderte immer bessere Verkaufszahlen. Irgendwann stieg er aus, durchdrungen von der Erkenntnis: Ich will Menschen nicht etwas andrehen, das sie eigentlich gar nicht haben wollen.

Ist Jesus auch einer, der ständig nur Leistung einfordert? Eine Aussage, die er gegenüber seinen Nachfolgern getroffen hat, könnte das nahelegen. Er sagte einmal:

„Die Herrlichkeit meines Vaters wird dadurch sichtbar, dass ihr reiche Frucht bringt und euch so als meine Jünger erweist.“

Also lautet die Parole: Nun strengt euch mal an, damit Gott, euer Boss, gut dasteht?

Nein, so ist das nicht gemeint. Vielmehr fordert Jesus die Menschen damals und uns heute zu einem Lebensstil heraus, der jedes Leistungsdenken in Frage stellt. Jesus möchte, dass wir uns freiwillig abhängig machen von Gott. Dass wir von ihm alles in unserem Leben erwarten. Und dann passiert etwas Erstaunliches: Gott selbst handelt durch uns. Er dringt mit seinen Lebenszielen für uns durch.

Mein Bekannter aus der Versicherung hatte einen Schlussstrich gezogen in der Erkenntnis: Was ich in meinem Job tue, hat mit den Plänen Gottes für mich nichts mehr zu tun. Er ist in ein christliches Spendenwerk gegangen, um dort Geld für eine gute Sache einzuwerben.

Das ist die persönliche Geschichte meines Bekannten. Es ist für jeden Menschen spannend, sich auf den Weg zu machen und zu fragen: Was hat Gott mit mir persönlich vor? Wo möchte er Frucht in meinem Leben hervorbringen?


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