/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Unser täglich Brot

Dariush Ghobad über Jesaja 58, 7

„Unser täglich Brot gib uns heute“ heißt es im am weitesten verbreitesten Gebet im Christentum, welches Jesus Christus seine Jünger gelehrt hat. Es geht uns oft so leicht über die Lippen, weil viele von uns wahrscheinlich noch nie wirklichen Hunger verspürt haben. Doch Menschen, die Krieg und Not erlebt haben, können davon berichten, wie es ist, tagelang zu hungern. Heute, im Jahr 2018 in Deutschland, leben wir in einem Land, in dem eigentlich niemand mehr Hungern muss. Gott gibt also täglich Brot.

Doch was ist mit denjenigen, die in unserer vor Wohlstand und Sicherheit fast unbeweglichen Gesellschaft, dennoch immer noch zu wenig tägliches Brot haben? Sei es, weil sie obdachlos sind, alleinerziehend für die Geschenke ihrer Kinder sparen oder im Alter von kärglicher Rente leben. Dürfen jene auch auf das tägliche Brot Gottes hoffen?

Gott versorgt jede Seele, aber er nimmt manchmal auch den Umweg über andere Mitmenschen. Er fordert uns auf, zu teilen und etwas von unserem Besitz abzugeben. In Jesaja 58, 7 heißt es ganz deutlich: „Brich dem Hungrigen dein Brot!“

Wir dürfen die Gaben Gottes auf Erden nur verwalten, niemals wirklichen Besitz davon ergreifen. Das tägliche Brot ist eine solche Gabe Gottes. Er gibt und zugleich mahnt er uns zu teilen. Es scheint ein Lappalie zu sein, aber schon längst keine Selbstverständlichkeit mehr: Wer hat, der gibt. Wer besitzt, der teilt. So will es Gott, denn Sein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


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