/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Die Kraft der Freude

Tobias Schier über Johannes 16,20

Ich hasse Abschiede! Allein, dass ich morgens zur Arbeit gehe und meine Familie  zu Hause bleibt, fällt mir manchmal schwer. Geschäftsreisen sind deswegen eine echte Herausforderung für mich. Abschiede sind also meist entsprechend kurz und deswegen hoffentlich schmerzlos. Erträglich werden Abschiede für mich allein dann, wenn ich weiß, dass sie nicht für lange oder gar immer sind.  

Ich glaube, die Jünger Jesu waren da ganz ähnlich gestrickt wie ich.  Drei Jahre sind sie mit Jesus unterwegs gewesen. Tag und Nacht, durch Stürme und Wüsten. Jesus war ihr bester Freund. Aber nicht nur das. Er war auch ihr Kompass, ihr Wegweiser, ihr Leiter. Und dann kommt der Moment, in dem er sich von ihnen verabschiedet.

Als Freund wusste Jesus ganz genau, wie sie sich fühlen würden, wenn er geht. Deswegen sagt er ihnen im Johannesevangelium Kapitel 16: „Eure Traurigkeit wird zur Freude werden.“ Wie ist das möglich angesichts der schweren Gefühle von Abschied und Traurigkeit? Jesus lässt seine Jünger in dem Sinne nicht allein. Er schickt ihnen einen Beistand an seiner statt, den Heiligen Geist. Er verspricht Ihnen also einen neuen Begleiter, der ebenso wie er selbst bei ihnen sein wird.

An Pfingsten schließlich kommt der Heilige Geist auf sie und erfüllt sie mit Freude. Diesen Heiligen Geist samt tiefer Freude habe ich heute auch. Eine Freude, die mir niemand nehmen kann. Diese Freude und die Gewissheit des Wiedersehens wiegt unendlich mehr als alle Traurigkeit des Abschieds. Jesus schenkt Freude, die stärker ist als die tiefste Traurigkeit.


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