/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Dankbarkeit und Gotteserkenntnis

Horst Kretschi über Psalm 50,23

Bibelvers

Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.

Psalm 50,23

In meinem Geschichtsstudium gab es eine Vorlesung über die Religion der Römer. Eine der wesentlichen Aussagen der Professorin zu dem Thema war: Bei allen Opferriten war vor allem darauf zu achten, dass der Ritus korrekt vollzogen wurde. Die innerliche Beteiligung der Menschen, die da opferten, war völlig unerheblich. Mit anderen Worten: Ob die Menschen - auch die Priester - tatsächlich an den Zinnober glaubten, den sie da veranstalteten, war völlig unerheblich. Entscheidend war einzig und allein, dass es richtig gemacht wurde.

Auch die Israeliten hatten Opferriten. Und auch bei einem großen Teil der Israeliten hatte sich wohl die Meinung verfestigt, dass es nur darauf ankommt, dass der Ritus richtig ausgeführt wird. Doch das war offensichtlich eine Fehleinschätzung. Psalm 50 in der Bibel ist ein Beleg dafür, dass Gott es schon damals auf ganz andere Dinge angekommen ist. Gott beschwert sich über die falsche Einstellung der Israeliten und sagt dann: "Wer Dank opfert, der ehrt mich, und wer [seinen] Weg [recht] ausrichtet, dem zeige ich das Heil Gottes!" (Schlachter). Auf die innere Einstellung kommt es also an! Dankbar sollten die Menschen sein, in dem Bewusstsein, dass alles im Leben ein Geschenk Gottes ist. Das ist ein Ausdruck von Demut! Ich weiß, dass ich mein Seelenheil, meine Erlösung, nicht selbst erlangen kann, sondern, dass es ist ein Geschenk Gottes ist. Gott legt keinen Wert auf das rein äußerliche Einhalten von Riten. Gott kommt es auf meine innere Einstellung an, und die sollte geprägt sein von Dankbarkeit gegenüber ihm und dem was er für mich getan hat.


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.