/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Kein Pfeifen im Walde

Hans Wagner über Psalm 108, 2.

Bibelvers

Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen. Wach auf, meine Seele!

Psalm 108,2

"Sind sich die Parteien wirklich einig, oder ist es nur das Pfeifen im Walde?" Diese Redewendung habe ich vor kurzem wieder mal gehört, und zwar im Zusammenhang mit den Verhandlungen zu einer neuen Regierungskoalition in Deutschland. Das "Pfeifen im Walde" - worum geht es da eigentlich? Ich habe gelesen, dass es sich dabei um ein Verhaltensmuster von Menschen handelt, die bedroht werden oder sich bedroht fühlen. Sie wollen sich durch das Pfeifen quasi von diesem dunklen Bedrohungswald ablenken. Sie wollen sich also irgendwie Mut machen. Das heißt für mich: eigentlich ist es der Versuch, die Wirklichkeit zu verdrängen!

So heißt es einmal bei David, dem Dichter auf dem Königsthron Israels vor 3000 Jahren: "Mein Herz ist ruhig geworden, Gott, ich fühle mich wieder sicher; mit einem Lied will ich dich preisen. Ja, das will ich!" , Psalm 108. Ja, auch David kannte viele Situationen in Gefahr und Bedrohung, manchmal verzweifelte er auch an sich selbst und an seinem eigenen Versagen. Bei einem Versuch, einen Mord zu verdrängen, scheiterte er kläglich. Schließlich wählte er den besseren Weg, und den will ich auch gehen: Zu Gott damit, zu Gott mit allem, was das Leben schwer macht. Alles bei Gott abladen, was auf meinem Herzen lastet, damit dieses Herz wieder ruhig werden kann. Und dann: singen! Nein, kein Pfeifen im Walde mehr, kein Überspielen der Wirklichkeit - ein Singen von Herzen! Denn die Wirklichkeit hat sich tatsächlich verändert: Bei Gott bin ich sicher, mein Herz ist ruhig geworden. Es funktioniert - probieren Sie es aus!



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