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O du fröhliche und Olé

Weihnachtssingen im Fußballstadion wird immer beliebter.

Lichtermeer, Weihnachtslieder und Gänsehaut: Gemeinsam im Stadion Weihnachtslieder zu singen ist ein Trend, den es in immer mehr Städten gibt und der nicht nur bei Fußballfans immer beliebter wird. In Aachen ist es traditionell am vierten Advent soweit, in diesem Jahr fand das Weihnachtssingen auf dem Tivoli jedoch schon am dritten Advent statt. 

Gänsehautstimmung: 24.000 Menschen stimmen Weihnachtslieder an

Am Eingang erhält jeder Besucher eine Kerze und ein Liederbuch.  Chöre stimmen im Vorprogramm auf die gemeinsame Zeit ein. Um 18 Uhr läuten die Glocken des Aachener Doms – vom Band - ganz offiziell das Singen ein. Das Flutlicht wird ausgeschaltet. Pfadfinder tragen das Friedenslicht aus Bethlehem ins Stadion. Nach und nach erhellt der Glanz tausender Lichter alle Ränge.

Die Glocken des Aachener Doms läuten das Weihnachtssingen ein. 24.000 Kerzen werden entzündet.

 

Dann stimmen rund 24.000 Besucher Weihnachtslieder an. Es kommen Erinnerungen und Gefühle auf. Denn hier passiert das, was für viele immer noch den Sinn von Weihnachten ausmacht: Menschen kommen friedlich zusammen und erleben Gemeinschaft.

 

 

Den Anfang machten Fans von Union Berlin

Angefangen hat das Weihnachtssingen im Stadion bei Union Berlin. 2003 kletterten dort 89 Fans über den Zaun des Stadions ‚An der Alten Försterei‘, um "halblegal" und spontan mit Glühwein und Gebäck auf der Höhe der Mittellinie Weihnachtslieder zu singen. 2010 kamen schon über 10.000 Menschen, mittlerweile stimmen sich jedes Jahr 30.000 Sänger gemeinsam auf Weihnachten ein. Bundesweit hat die Idee Nachahmer gefunden, so gibt es Weihnachtssingen inzwischen etwa in Gelsenkirchen, Köln, Dortmund, Düsseldorf, Nürnberg oder Magdeburg. 

Seit Jahren steigende Besucherzahlen

Siegmar Müller organisierte vor sechs Jahren das erste Weihnachtsliedersingen in Aachen. Der Pastor im Ruhestand hatte einen Bericht über die seit Jahren immer größer werdende  Aktion des 1. FC Union Berlin gelesen und dachte sich: „Was in Berlin geht, das können wir doch auch mal ausprobieren.“ Er findet Unterstützung bei der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, der Interessengemeinschaft der Aachener Fangruppen und dem Stadion-Vermieter. Mit 5.500 Mitsängern findet 2013 das erste Weihnachtssingen statt. Zum fünften Jubiläum im letzten Jahr kamen rund 20.000 Menschen. 2018 waren es noch einmal 4.000 mehr, auch wenn erstmals Eintritt erhoben wurde, um die Kosten für Technik und Sicherheit zu decken.

24.000 Besucher singen „Tochter Zion, freue dich“

Weihnachtslieder und Fangesänge

Ein Fußballspiel dauert 90 Minuten. Das Weihnachtssingen auch. O du fröhliche, Feliz Navidad, Stille Nacht – im Programm sind christliche und volkstümliche Weihnachtslieder, aber auch Lieder in Mundart und Fangesänge des Vereins Alemannia Aachen. „Das Singen verbindet Fußball und Kirche“, sagt Siegmar Müller. Die Veranstaltung sei eine Möglichkeit, dass Menschen mit der christlichen Botschaft des Festes in Berührung kommen an einem Ort, wo sie gerne hinkommen. Das geschieht vor allem durch die Lieder und in jedem Jahr liest Siegmar Müller die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel. Dabei verbreitet sich eine Stille und eine besondere Andacht im Stadion. Manche haben Müller schon zurückgemeldet, für sie sei das die eigentliche Weihnachtsmesse.

Gemeinschaft über Alters- und Milieugrenzen hinweg

Den Pastor berührt noch ein weiterer Aspekt. In einer Zeit, in der unsere Gesellschaft in immer mehr Interessensgruppen zerfalle, sei im Stadion ein Stück Einheit und Gemeinschaft zu spüren über Alters- , Milieu- und Nationalitätsgrenzen hinweg. Er wünscht sich, dass überall dort, wo die Aktion stattfindet, die Kirchen bewusst mitmachen und das Event nicht allein kommerziellen Anbietern überlassen.

Gänsehautstimmung beim Lied „Hallelujah“



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