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Weihnachten feiern, Weihnachten teilen

Wie feiern Menschen in Ozeanien, in Afrika oder im Nahen Osten Weihnachten? Wie teilen sie ihre Weihnachtsfreude mit anderen? Es geht in diesen Berichten nicht in erster Linie um Brauchtum und Weihnachtskultur, sondern darum, wie Menschen Jesus feiern. Er ist in diese Welt gekommen, damit Menschen nicht ersticken müssen im seelischen Müll ihres Lebens. Das Kind von Weihnachten ist der Mann am Kreuz. Er ist für jeden Menschen rund um den Globus die Chance auf einen wirklich neuen Anfang.

Weihnachtsreigen unter Palmen

Mary Salisbury, Neuseeland und Pukapuka

Ich arbeite an einem Bibelprojekt für die kleine Insel Pukapuka im Pazifik. Sie liegt im Norden der Cook-Inseln. Die Leute dort kennen den christlichen Glauben seit ungefähr 1860. Damals kamen einheimische Missionare von einer anderen Inselgruppe. Zu Weihnachten gibt es immer ganz besondere Gottesdienste. Die Leute ziehen ihr allerschönstes Gewand an. Die Damen tragen Blumengirlanden und auch Blumen im Haar. Nach dem Weihnachtsgottesdienst gibt es Weihnachtswanderungen. In dem einen Jahr machen sich die Männer auf den Weg in die Nachbardörfer, in dem anderen die Frauen. Ich besitze ein Foto. Es zeigt alle Männer einen Dorfes, wie sie gemeinsam ins westliche Nachbardorf spazieren. Sie tragen Sonnenschirme, um sich zu schützen. Nach dem Festgottesdienst gibt es Tanz auf der Straße mit den Frauen des Dorfes, das sie besuchen.

In der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr gehen die PukaPuka jeden Morgen um fünf Uhr in die Kirche. Vor Gott denken sie über das vergangene Jahr nach und tun Buße. Die Pukapuka-Christen stellen sich Gott für das kommende Jahr neu zur Verfügung. Am Ende der Woche ermutigen sie ihre Jugend, Gemeindemitglieder zu werden. Ihre Kinder sollen wissen, dass jeder für sich an Jesus glauben und ihm sein Leben anvertrauen muss.

Mit Krippenfiguren Weihnachten erklären

Matthias Schwab, Naher Osten und Schweiz

Ich habe viele Jahre im Nahen Osten gelebt und arbeite heute von der Schweiz aus. Die Adventszeit und Weihnachten sind für uns in Europa eine tolle Möglichkeit, ganz unkompliziert über unser Herzensanliegen zu berichten. Wir müssen nur unsere neuen Mitbürger in diese Festtage mit hineinnehmen. Wir können ihnen die Symbole erklären: Adventskranz oder Weihnachtsbaum, Kerzen als Zeichen für das Licht, das in die Finsternis kommt. Der Stern, der für die Hoffnung steht. Die Krippe, in der der Erlöser geboren wurde. Die Figuren rund herum. Damit können wir den Migrantinnen und Migranten die ganze Heilsgeschichte erklären. Ich denke, viele von ihnen sind dankbar, wenn wir sie in unsere Weihnachtskultur einführen. Uns selbst tut es auch gut, wenn wir uns intensiver mit unseren Traditionen beschäftigen. Schauen Sie doch einmal ein wenig im Internet nach oder lesen Sie in einem Buch. Und lesen Sie auf jeden Fall auch die Weihnachtsgeschichten in den Evangelien.

Wenn das Fest aus allen Nähten platzt

Lili, Usbekistan

Bei uns wird Weihnachten nicht gefeiert. Usbekistan ist ein islamisches Land. Die meisten Usbeken kennen das Fest nicht. Aber in unserer christlichen Gemeinschaft feiern wir es natürlich − am liebsten am 25.Dezember. Wenn Weihnachten nicht auf ein Wochenende fällt, müssen wir unser Fest ein wenig verschieben. Wir können unter der Woche nicht zusammenkommen.

Weihnachten ist für uns die einzige Gelegenheit im Jahr, wo alle Hausgruppen sich treffen. Wir feiern wie eine große Familie das Fest der Geburt von Jesus und sparen das ganze Jahr, damit wir die Miete für die Festhalle bezahlen können. Wir laden gerne dazu ein. Aber es können nicht zu viele Leute sein, denn wir sind ja schon eine sehr große Gruppe. Unsere Feier platzt immer aus allen Nähten. Aber gute Freunde und Verwandte sind immer mit dabei.

Zuerst hören wir gemeinsam auf die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium. Dann beantworten wir Fragen über Weihnachten. Unsere Kinder geben ein Konzert, spielen ihre Instrumente und singen Anbetungslieder. Wir sind zusammen wie eine riesengroße Familie und essen immer „Osh“. Das ist ein traditionelles usbekisches Essen mit gewürztem Reis, Lamm oder Rindfleisch, Zwiebel, Karotten und einige Rosinen. Eine große Auswahl an Süßem am Ende darf nicht fehlen. In unserer Gemeinschaft gibt sogar es eine Frau, die backt Donauwellen, einen deutschen Kuchen.

Aus dem Mund von Kindern

Anafi Sounon-Mora, Benin

Weihnachten ist bei uns eine Art Volksfest. Alle Menschen feiern irgendwie Weihnachten. Auch Muslime und Anhänger der Naturreligionen. Aber fromme Christen tun sich öfter schwer damit. Sie denken, Weihnachten wäre ein heidnisches Fest. In der Bibel finden sie es nicht. Wir haben in unserem theologischen Studienzentrum schon zweimal eine Konferenz angeboten, um deutlich zu machen, wie wichtig dieses Fest für uns ist.

Manche evangelische Christen sehen darin ein Fest nur für Katholiken oder für Kinder. Bei unserer Konferenz haben wir deutlich gemacht, dass auch Erwachsene dieses Fest feiern sollen. Wir müssen uns daran erinnern: Mit diesem Kind kam Gott auf die Welt. Der Vater hat seinen Sohn zu uns gesandt, der uns befreit und erlöst.

Als Familie gehen wir am 24.Dezember in den Kindergottesdienst. Diese Feier wird von Kindern gestaltet, die ihr schönstes Kleid angezogen haben. Sie machen die Musik und ein Kind hält auch die Weihnachtspredigt. Mein älterer Sohn hat das auch schon mal gemacht. Wir finden es toll, wenn Kinder uns erklären, warum Jesus in diese Welt gekommen ist. 

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