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Starker Tobak

Das ist ziemlich starker Tobak! Das ist meine erste Reaktion, wenn ich diese Worte aus dem ersten Johannesbrief höre. Wer glaubt heute noch an den Teufel? Und was, bitte, soll ich mir unter seinen Werken vorstellen? Und dass Jesus gekommen ist, um irgendetwas zu zerstören, passt so ganz und gar nicht in mein Bild von dem liebevollen und friedfertigen Wanderprediger aus Galiläa.

Doch diese erste Reaktion weicht, Gott sei Dank, wenn ich meinen Verstand einschalte. Dann wird mir klar, dass der Teufel sehr wohl in dieser Welt sein Unwesen treibt, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht. Seine Werke sind an vielen Orten spürbar und sichtbar. In den großen weltpolitischen Zusammenhängen genauso wie im persönlichen Leben. Herrscher unterdrücken in diabolischer Gleichgültigkeit ihre eigene Bevölkerung, werfen Bomben auf Städte und Dörfer im eigenen Land, nehmen billigend in Kauf, wenn Frauen vergewaltigt und Männer getötet werden, wenn Kinder zu Waisen werden oder verhungern. Gewalt und Unrecht erheben ihr hässliches Haupt an vielen Stellen in dieser Welt, und vielerorts ist das hämische Gelächter der Hölle zu vernehmen.

Und auch ganz nah, vor der eigenen Haustüre, ja im eigenen Heim und im eigenen Herzen versuchen sie, sich Raum zu verschaffen, die zerstörerischen Kräfte des Bösen. Hass und Häme, Neid und Bitterkeit, Lüge und Gleichgültigkeit greifen nach uns. Wenn unser Gewissen nicht völlig abgetötet ist, wird uns das umtreiben. Und wenn dann der Heilige Geist auch noch in uns wirkt, und wir erkennen, wie angreifbar wir für die Mächte des Bösen sind, wird sich in unserem Herzen der Gebetsschrei Luft machen, mit dem der Apostel Paulus seine tiefgründige Analyse über die Macht der Sünde abschließt: „Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?“ (Römer 7, 24)

Erst wenn wir an diesem Punkt angekommen sind, erfassen wir die ganze Kraft und Bedeutung der Aussage im Brief von Johannes: „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.“ Die Antwort auf das Dilemma einer Menschheit, die die Mächte des Bösen und der Zerstörung nicht selbst kontrollieren kann, liegt hier. Jesus ist es, der die Macht hat, die Werke des Zerstörers zu zerstören. Das gibt uns den Freiraum, uns selbst auch entschlossen gegen die Mächte des Bösen zu stellen, im eigenen Leben, in unserer Gesellschaft und auch in der weiten Welt.

Die Gewissheit, dass Jesus der Sieger ist, befreit uns dazu. So können wir mitwirken, dass das Licht Gottes an die Orte kommt, wo noch die Dunkelheit dieser Welt ihre letzte Gültigkeit behaupten wollen. Jesus ist Sieger über Sünde, Tod und Teufel. In dieser Gewissheit können Christen mutig leben und gelassen sterben.


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