/ ERF WortGut

Freude, Güte, Advent

Roland Werner über Philipper 4,4-5.

Der Audio-Beitrag steht ab dem 23.12.2018 zur Verfügung.

Friede, Freude, Eierkuchen… So karikieren wir manchmal unsere Bemühungen, ein kleines bisschen Frieden in unseren Alltag zu bringen. Doch angesichts von Spannungen und Konflikten, zwischen Menschen und zwischen Nationen, und angesichts von Kriegen und Katastrophen kommen uns solche Versuche eher lächerlich vor. Und Durchhalteparolen helfen uns auch nicht weiter.

Ist die Adventszeit vielleicht auch solch ein Versuch, ein bisschen Friede, Freude und Eierkuchen, bzw. Spekulatiusgebäck in den schon längst als düster und grau erkannten Alltagstrott zu bringen? Ist Advent nur ein verzweifelter Versuch, sich etwas schönzureden, das nicht schönzureden ist? Sind die Kerzen und Lichter, die Düfte und Klänge nichts als ein traumtänzerischer Protest gegen Dunkelheit und Verzweiflung, ein Pfeifen im dunklen Wald, der aber dennoch vor Räubern wimmelt?

So könnte man meinen, wenn man die Aufforderung von Paulus zur Freude hört: „Freut euch…der Herr ist nahe!“ Doch ist das nur ein leeres Versprechen?

Paulus jedenfalls war davon überzeugt, dass dies eine Wirklichkeit ist, die schon in unsere Gegenwart hinein ragt. Er schrieb den Brief an die Christen in der Stadt Philippi, aus dem diese Aufforderung zur Freude stammt, aus dem Gefängnis.  Und da, mitten in der Gefangenschaft, in der Unsicherheit über seine Zukunft, erfuhr er, dass Jesus ihm nahe war. Diese Gegenwart des Auferstandenen weckte in ihm Freude, die stärker war als Fesseln und Gefängnismauern. Dass Jesus, der Herr, nahe ist und auch in Zukunft uns nahe kommt, das beflügelte ihn. Für ihn war Advent beides: Jesus kommt uns heute nahe, hier und jetzt, und er wird uns allen, ja, der ganzen Welt, nahe kommen, bei seiner Wiederkunft.

Advent heißt: Leben in der Naherwartung, in der Erwartung der Nähe von Jesus. Hier und jetzt und auch in Zukunft. Und diese Erwartung, diese Hoffnung, wird ihre Erfüllung finden. Das ist ein echter Grund zur Freude.


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