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Die Vollmacht der Jesusjünger

Was Jesus hier sagt, toppt alles. Er identifiziert das Wort seiner Schüler einhundertprozentig mit seinen Worten. Und er bezieht die Ablehnung, die seine Nachfolger erfahren, ganz auf sich.

Wie ist das zu verstehen? Und welche Folgen hat das? Zunächst einmal löst diese Aussage starkes Erstaunen aus, zumindest bei mir. Kann das sein? Unsere Worte sind doch oft so halbherzig, so stümperhaft, so vorschnell und kurzlebig. Sie sind von unserem Erfahrungshorizont begrenzt, sind oft persönlich und emotional eingefärbt und durch unsere eigene Lebensgeschichte bestimmt. Tut Jesus eigentlich gut daran, diese Identifikation vorzunehmen?

Und dann kommt noch das zweite hinzu: Die Worte der Jesusjünger sind oft widersprüchlich und uneindeutig. Es gibt kaum Sachverhalte, bei denen alle Christen übereinstimmen. Zu jedem beliebigen Thema gibt es mindestens zwei Meinungen, meist aber unzählig viel mehr.

Also: Die Aussage von Jesus kann unmöglich stimmen. Und: Sie ist höchst gefährlich. Sie kann dazu führen, dass sich Menschen eine Autorität anmaßen, die ihnen nicht zusteht. Das ist leider immer wieder geschehen: Menschen haben versucht, die Herrschaft über andere auszuüben, und das im Namen von Jesus. Als Sprachrohr oder Stellvertreter Christi erhoben sie sich über andere und wähnten in ihrer Verblendung, das Recht zu haben, auch Gewalt anwenden zu dürfen.

Wir merken: Diese starke Aussage von Jesus ist leicht misszuverstehen und ist auch häufig missverstanden worden. Wie können wir uns davor schützen, sie falsch zu verstehen und zu missbrauchen?

Der Schlüssel dafür liegt bei Jesus selbst. Seine Worte sind nicht zu trennen von seiner Person. Er ist es, der dies sagt. Seine Worte sind Ausdruck seines Wesens. Was er sagt, ist kein Blankocheck für unsere Eigenmächtigkeiten, sondern ein kraftvoller Trost in unserer Anfechtung. Jesus will die Jünger, die vor ihrer Aufgabe erschrecken und ihre eigene Kraftlosigkeit verspüren, ermutigen. Er sagt ihnen zu, in ihren Worten mit seiner Vollmacht gegenwärtig zu sein. Nicht automatisch oder losgelöst von ihm, sondern dann, wenn sie in der engen Beziehung zu ihm bleiben.

Und auch dann, wenn sie abgelehnt und verfolgt werden, ist er ihnen nahe. Das ist die Zusage, die Jesus hier gibt. Wie eng er sich mit ihnen gerade auch in der Bedrängnis verbindet, zeigt seine Frage an Saulus vor Damaskus: Saul, Saul, warum verfolgst du mich?

So macht es Jesus ganz deutlich: Er ist seinen Jüngern ganz nahe, wenn sie sein Wort den Menschen sagen und wenn sie um seinetwillen Ablehnung erfahren. In beiden Situationen, in der Mission und in der Verfolgung, können sie darauf vertrauen, dass ihnen die ganze Vollmacht Jesu geschenkt wird.

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