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Drei Wegweiser auf dem Weg des Lebens

Roland Werner über Micha 6, 8.

Dieser Satz aus dem Buch des Propheten Micha fasst in eindrücklicher Weise zusammen, was vor Gott richtig und für Gott wichtig ist. Und damit auch für uns. Drei klare, einprägsame Richtungsangaben zeigen den Weg, auf dem unser Leben gelingt und Segen bringt.

Gottes Wort halten. Liebe üben. Demütig sein vor unserem Gott. So einfach, so klar ist das. Hier ist der gute Pfad, der nachhaltige, verantwortliche, Segen verbreitende Weg des Lebens.

Die drei Merkmale dieses guten Weges haben alle etwas mit uns selbst, mit Gott und mit dem Nächsten zu tun. Das erste: Gottes Wort halten, wird kann auch als „Recht üben“ übersetzt werden. Das hebräische Wort an dieser Stelle ist „mischpat“ – ganz wörtlich „Gericht, Urteil“. Hier ist Gottes Urteil gemeint, also sein Wort – deshalb ist die Übersetzung von Luther möglich und angemessen. Dabei zeigt der Zusammenhang, dass das umfassend gemeint ist: Gottes Wort, Gottes Recht halten, und zwar besonders in der Beziehung zu unserem Umgang mit unserem Nächsten.

Das führt zu dem zweiten Aspekt: Liebe üben. Dass auch hier eine doppelte Bedeutung mitschwingt, zeigt die Fassung der „Einheitsübersetzung“: „Güte und Treue lieben“. So ist auch hier etwas ganz umfassendes gemeint: Ein Leben voller Respekt, Freundlichkeit, Achtsamkeit, Zuwendung und Liebe. Damit sollen wir das Wesen unseres Gottes widerspiegeln, der all dies ist und noch viel mehr.

Ihm gegenüber vor allem sind unsere Achtsamkeit und unser Respekt angebracht. Das ist das dritte Glied in diesem Trio, der dritte Wegweiser auf dem Weg des Lebens: „Demütig sein vor deinem Gott“, oder, wie es die Einheitsübersetzung sagt: „in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott.“

Gerechtigkeit, Güte, Ehrfurcht, oder, anders ausgedrückt: Ein Leben in der Verpflichtung zu Gottes Wort, ein Leben, geprägt von Zuwendung und Freundlichkeit, ein Leben in der Demut vor Gott – dies sind die drei Kennzeichen, die der Prophet Micha aufzeigt. Hier ist der Weg des Lebens.

Und zwar nicht nur für unser persönliches Leben, sondern für unsere Leben miteinander – als Gemeinschaft der Christen, als Gesellschaft und als weltweite Gemeinschaft in der Völkerfamilie. Kein Wunder, dass dieser Satz des Propheten Micha den Namen für die „Micha-Initiative“ gegeben hat, in der Christen versuchen, sich für Gerechtigkeit und Überwindung von Armut und ungerechten Strukturen einzusetzen.

Es ist uns gesagt, was gut ist und was der Herr von uns fordert. Jetzt kommt es darauf an, dies in die Tat umzusetzen.


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