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Unsere Sorge und Gottes Für-Sorge

Roland Werner über 1. Petrus 5,7.

Es scheint zu schön, um wahr zu sein. Alle Sorge, alles was belastet, einfach loswerden? Macht es sich Petrus hier nicht zu einfach? Will er vielleicht mit schönen Worten seinen Lesern hier ein Lebenskonzept verkaufen, das in den Niederungen des Alltags dann doch versagt? Sind seine Wort wirklich belastbar?

Wir hören diese Zusage in der Tat falsch, wenn wir sie als naives Rezept für ein sorgenfreies Leben verstehen. Gerade das ist es nicht. Wie immer kommt es auf den Zusammenhang an, in dem diese Ermutigung niedergeschrieben wurde. Und die ist alles andere als einfach oder rosig. Petrus schrieb an Christen, die wegen ihres Glaubens verleumdet und verfolgt wurden. Der Druck nahm immer mehr zu. Der römische Staat versucht verstärkt, die kleinen, aber stetig wachsenden Christengemeinden zu vernichten. Die Weigerung der Christen, den römischen Kaiser als göttlich anzuerkennen und seinem Genius zu opfern, war für sie Hochverrat. Sie sahen in der Ablehnung der römischen und griechischen Götter durch die Christen einen Beweis für ihre Gottlosigkeit. So lag nichts näher, als die Christen als gefährlich anzusehen und konsequent zu bekämpfen.

Die Zusage, alle Sorge auf Gott zu werfen, klingt in dieser bedrohlichen Situation noch einmal ganz anders. Die Worte klingen noch gewichtiger. Die Zumutung scheint noch größer. Doch auch der Trost, der in diesen Worten liegt, ist stärker. „Er sorgt für euch!“ Das ist Jesus, der selbst durch das Leiden gegangen ist. Jesus, der selbst sein Leben hingab.

Seine Für-Sorge für uns ist kein bloßes theologisches Konzept. Nein, Jesus achtet wirklich auf jeden seiner Freunde. Wenn wir durch schwierige Zeiten gehen, bleibt er, der ewige Hohepriester, nicht davon unberührt. Er identifiziert sich mit denen, die um seines Namens willen leiden. Er ist ihnen nahe und stärkt sie. Das haben die frühen Christen erfahren. Mitten in Anfeindung, Verfolgung und Leiden wussten sie ihn an ihrer Seite und konnten ihre Ängste, ihre Not und ihre Sorgen seiner Fürsorge anvertrauen.

Doch nicht nur ihnen galt diese Zusage. Sie gilt auch uns. Wir können und dürfen unser großen und kleinen Sorgen in die sorgenden Hände Gottes legen, in die für-sorgenden Hände von Jesus. Das ist der Ort, wo sie hingehören.


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