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An der richtigen Adresse

Roland Werner über Psalm 66,20.

Der Irrweg von Asterix durch das römische Amtsgebäude hat inzwischen Kult-Charakter. Er wird von einem Schalter zum anderen geschickt, um ein bestimmtes Antragsformular zu finden, das gar nicht existiert. Kurz bevor er selbst den Verstand verliert, dreht er den Spieß um und sendet die Schalterbeamten in ein unüberschaubares Chaos, indem er sie mit ihren eigenen Waffen schlägt.

Behördengänge sind eine Sache für sich. Die wenigsten sehen einem Gang zum Amt mit erwartungsfroher Vorfreude entgegen. Stattdessen steht die Frage im Raum, ob der Beamte – oder die Beamtin – gut gelaunt ist, ob wir unser Anliegen verständlich machen können, wie teuer die Bearbeitungsgebühr sein wird und wie lange es dauern wird, bis unser Anliegen bearbeitet und erledigt ist.

Dem gegenüber ist ein Bittgang zu Gott ganz anders. Das jedenfalls hat der Beter unseres Psalms erfahren: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft…!“ Bei Gott ist keine langwierige Antragstellung nötig und keine Bearbeitungsgebühr zu entrichten. Er hat keinen gelangweilten Gesichtsausdruck und schiebt auch keinen Dienst nach Vorschrift.  Gott wirft unser Anliegen nicht in den nächstbesten Papierkorb, sondern nimmt es auf in den Raum seiner unendlichen Güte. Sein Herz ist der richtige Ort für unsere Bitten. In seiner Liebe hat er Zeit für uns und hört uns aufmerksam zu.

Gelobt sei Gott! Mit diesem Freudenruf beendet der Psalmbeter seine Gebetszeit. Er hat gespürt und erfahren, dass er mit seiner Bitte bei Gott an der richtigen Adresse ist.


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