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Keine alte Leier

Roland Werner über Psalm 98,1.

Musik gehört seit alters her zu den Grundbefähigungen der Menschheit. Wie die Sprache befähigt sie uns, unsere Erfahrungen, Gedanken und Gefühle auszudrücken. Ja, sie übersteigt die Möglichkeiten menschlicher Sprache. Sie ist eine Sprache des Herzens. Was Worte nicht ausdrücken können, das vermögen Töne, und Melodien.

Doch die Musik drückt nicht nur das aus, was in uns ist, sondern sie erhebt auch unser Herz. Sie hat die Macht, dunkle Gedanken und Gefühle zu vertreiben und uns neu mit Dankbarkeit und Zuversicht zu erfüllen. Kein Wunder, dass Martin Luther die „Frau Musika“ als Gabe Gottes pries

„Singt dem Herrn ein neues Lied!“ Diese Aufforderung ist, bei Licht betrachtet, wirklich erstaunlich. Offenbar kann die Musik noch mehr. Sie öffnet die Fenster unserer Seele zu Gott hin. Und offenbar freut sich Gott, der Schöpfer des Lebens, daran, wenn wir auf diese Weise mit ihm kommunizieren. Musik als Möglichkeit, Gott zu preisen – das ist eins der schönsten Geschenke, die Gott uns macht. Gott zu loben, das darf und soll Freude machen: Durch die Musik können wir direkt mit unserem Herzen Gottes Herz berühren.

„Singt dem Herrn ein neues Lied!“ Dass es ein neues Lied sein soll, macht deutlich: Gott will unsere Kreativität. Gott will die Vielfalt der Kulturen. Zu jeder Zeit dürfen Menschen neue Formen suchen und finden, um Gott zu loben. Und auch das ist klar: Gott ist der Gott der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Der unglaubliche Schatz des Gotteslobes, ausgedrückt in den biblischen Psalmen und den Abertausenden geistlicher Lieder, soll auch in immer weiter anwachsen, durch immer neue Melodien und Lobgesänge.

„Singt dem Herrn ein neues Lied!“ Eine schönere Aufforderung kann es kaum geben. Unsere Antwort kann eigentlich kaum etwas anderes sein, als dass wir anfangen, zu singen.


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