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Das Geheimnis des Menschensohns

Roland Werner über Matthäus 20,28.

Auf dem Weg nach Jerusalem, zu dem Passafest, das sein letztes sein sollte, spricht Jesus mit seinen Freunden. Sie haben im Lauf der Zeiten, in denen sie mit ihm unterwegs waren, erkannt, dass er der Messias ist. Doch das, was er über den „Menschensohn“ sagt, verwirrt sie immer noch. Wer ist dieser geheimnisvolle Menschensohn? Sie ahnen, ja, sie wissen, dass er sich damit selbst meint.

Das Wort Menschensohn stammt aus dem Buch des Propheten Daniel. Dort ist er eine hoheitsvolle Gestalt, der alle Macht und Autorität übergeben wird. Er ist der Weltenrichter, der Herr über Alles. Dass Jesus die Bezeichnung Menschensohn in diesem Sinn verwendet, ist offensichtlich. Er wusste, dass Gott ihm diese Aufgabe und Autorität übergeben hatte.

Das macht das Paradox noch umso deutlicher. Der Weltenherr wird zum Diener aller. „Genauso ist es mit dem Menschensohn, dem Gott alle Macht übergeben hat. Der ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um ein Diener zu werden und sein Leben in den Tod zu geben als einen Einsatz, durch den Unzählige freigekauft werden.“ (Übersetzung „dasbuch.“)

Jesus gibt sich selbst hin. Der Herr wird zum Knecht. Der Weltenherr zum Diener aller. Seine Selbsthingabe am Kreuz ermöglicht neues Leben für die Menschen. Diese Botschaft gehört ins Zentrum des christlichen Glaubens. Gott gibt sich selbst – in Jesus. Das ist das Geheimnis der Passion. Die Jünger damals begriffen es nur stückweise. Und auch wir stehen immer wieder staunend vor diesem Geheimnis.


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