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Gemeinschaft ohne Grenzen

Roland Werner über Lukas 13,29.

Menschen aus allen Himmelrichtungen strömen herbei und suchen sich einen Platz an diesem Tisch. Oder ist es so, dass sie von einem Helfer an ihren Platz gebracht werden, dorthin, wo schon ihr Name steht? Das muss ein großer Tisch sein, wenn so viele Menschen dort Platz nehmen können! Auf jeden Fall ist es ein gewaltiges Bild, das Jesus hier gebraucht.

In einer Zeit, in der Abgrenzungen an der Tagesordnung waren, in der der Gesellschaft genau unterteilt war in freie Bürger und Sklaven, in Gebildete und Ungebildete, in Römer und Griechen und Juden und Syrer und Araber, in Menschen außerhalb des Reiches – die Parther und Kuschiten und andere Barbaren, und die im Reich, eröffnet diese Voraussage von Jesus eine unglaubliche Perspektive. Alle werden dabei sein, alle können dabei sein! Die Grenzen sind aufgehoben im Reich Gottes, in dem Geltungsbereich seiner guten Gebote und seiner alles umfassenden Liebe.

Die Tischgemeinschaft ist von Anfang der Christenheit her eine Ausdruck der umfassenden Zusammengehörigkeit. Das wurde in der frühen Gemeinde diskutiert: Dürfen wir Judenchristen uns mit den Heidenchristen zusammen an einen Tisch setzen, ohne dass diese beschnitten sind, also vollgültige Mitglieder des Bundesvolks Israels? Doch bald kamen sie zu der Erkenntnis: Genau das ist es, was Jesus vorausgesagt hat. Genau das ist es, was er ermöglicht. Die Gabe des Heiligen Geistes gilt allen, die umkehren und sich im Glauben zu Jesus wenden.

Die Familie Gottes umfasst alle seine Kinder, ganz gleich, was sie sonst unterscheidet. Grenzen von Sprache, Kultur, Hautfarbe, Geschichte, Stammeszugehörigkeit und was es sonst alles noch gibt, werden aufgehoben, wo Jesus die Herrschaft Gottes aufrichtet. Seine Liebe gilt allen ohne jeden  Unterschied. Und auch das folgt aus dem Gleichnis von Jesus: Wir als seine Mitarbeiter sollen unterwegs sein und alle Menschen einladen, ihren Platz einzunehmen im Reich Gottes. Denn da sind noch viele Plätze leer.


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