/ Calando

Ich bin so frei!

Jürgen Mette berichtet, wie er sein Leben mit Parkinson lebt und den Kampf nicht aufgibt.

Ich bin so frei! Das sagt der Theologe, Autor und langjährige Leiter der Marburger Medien, Jürgen Mette, über sein Leben. Dabei hätte er allen Grund, sich eingegrenzt und ausgebremst zu fühlen. Denn 2009 erhält er im Alter von 57 Jahren die Diagnose Morbus-Parkinson.

Doch Jürgen Mette lässt sich nicht unterkriegen. Dabei ist Gott für ihn durchaus eine Adresse für all seine Fragen und all seine Verzweiflung. Denn „Herrn P“, wie er seine Krankheit nennt, wird er nie wieder loswerden. Das Zittern kann sogar noch schlimmer werden, irgendwann droht der Rollstuhl und auch das Sprechvermögen kann beeinträchtigt werden.

Das Buch Hiob aus dem Alten Testament spielt für Jürgen Mette eine zentrale Rolle. Anhand dieses Buches buchstabiert er sein ganzes Leben und sein ganzes Leiden durch. Am Ende dieses schmerzlichen Prozesses steht ein freier und unverstellter Blick - auf die Krankheit, auf Gott und auch auf das Leben und auf die Theologie.

Mette schreibt mit Selbstironie und großer Offenheit ein Buch über seine Krankheit mit dem Titel: „Alles außer Mikado“. Es gelangt auf SPIEGEL-Bestsellerliste. Er unternimmt Lesereisen und wird sogar von Medizinern zu Vorträgen über sein Leben mit Parkinson eingeladen. Es folgt ein Kriminalroman. 

Sein neuestes Projekt hat er zusammen mit der Theologin Christina Brudereck zum Reformationsjubliäum gestartet. Es ist ein Arbeitspaket für Alleine-Leser und Gemeindegruppen mit dem Titel „Reformation des Herzens“.

In dieser Calando mit Andreas Odrich lässt  Jürgen Mette die letzten Jahre revue passieren, lädt aber auch dazu ein, die Werte des Pietismus als Reformation des eigenen Herzens neu für das 21. Jahrhundert zu beleben, mit Bibellese, Gebet, Liebe zu Gott, Liebe zum Nächsten und konstruktivem Gestaltungswillen für unsere Gesellschaft. Und auch dabei nimmt Mette kein Blatt vor den Mund. Denn die Krankheit habe ihn gelehrt, keine falsche Rücksicht mehr zu nehmen auf Erwartungshaltungen anderer. Mette, wie er sich selbst nennt, ist so frei.


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