/ Bibel heute

2. Timotheus 4,1-8

eine Auslegung von Klaus Becker

Bibelvers

Predige das Wort, steh dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre.

2. Timotheus 4,1-8

Letzte Worte sind besondere Worte, liebe Hörer. In unserem Bibeltext geht es um die letzten Worte, um das Vermächtnis des Apostels Paulus. Er richtet diese Worte an seinen jungen Freund Timotheus.

Paulus war fast am Ende seines Lebens angekommen. Es war wie bei einem Langstreckenlauf. Kurz vor der Ziellinie schaut er zurück. Paulus war als Missionar unermüdlich zu vielen Menschen unterwegs, um die Frohe Botschaft von der Erlösung durch Jesus Christus weiter zu sagen. Er erlebte, wie Menschen die Botschaft annahmen und Christen wurden. Andere Menschen jedoch lehnten diese Botschaft ab. Immer wieder erlebte Paulus wegen seiner Botschaft von Jesus Christus Anfeindungen, bis hin zu Verhören und Verhaftungen.

Während Paulus in Rom gefangen genommen wurde, betreute Timotheus die Gemeinde in Ephesus. Paulus ahnte, dass seine Lebenszeit ablief und schrieb diesen Brief an Timotheus. Er wollte ihn nochmals sehen und auch mit ihm reden. (2.Tim. 1,4 und 4,9) Dieser Brief ist ein Schreiben an Mitarbeiter, bis heute. Zugleich gibt der 2. Timotheusbrief auch einen Einblick, wie Paulus seinen Dienst tat. „So ermahne ich dich inständig vor Gott und Christus Jesus“ schrieb Paulus (2. Tim 4,1). Er ermahnt Timotheus an seine Pflicht, als Zeuge Gottes zu wirken. Paulus ermahnt ihn vor Gott, - er meint „Gott ist mein Zeuge wie ich dich ermahne“. Er weist auf Jesus hin und auf dessen Kommen. Das gilt zum einen für die Vergangenheit, als Jesus, der Sohn Gottes als Retter in diese Welt kam. Das gilt aber auch für die Zukunft, denn Jesus wird wiederkommen. Dann jedoch als Richter über Lebende und Tode. Diesen Hinweis führt Paulus nochmals am Ende unseres Textes in Vers 8 an: „Hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben“ (2. Tim. 4,8).

Dieses „lieb haben“ der Erscheinung Jesu, d.h. von Jesus selbst ist der Schlüssel seines Dienstes. Er steht in Verbindung mit Jesus und hat ihn lieb. Von Jesus bekam Paulus auch die Ausrüstung für seinen Dienst, die er brauchte. Paulus möchte seinem Mitarbeiter Timotheus sagen, dass er Jesus lieb haben soll. Dann wird sein Glaube ansteckend. Er wird von Jesus ausgerüstet zum Dienst. Ein Evangelist zitierte aus Erfahrung den Spruch: „Liebst Du das Herz, das sterbend für Dich brach, - gemeint ist damit, wie Jesus am Kreuz für uns starb - so lieben viele andere es Dir nach!“

Paulus schrieb Timotheus „Predige das Wort, steh dazu…“ (2.Tim. 4, 2). Menschen, die an Jesus glauben, sollen „predigen“. Nun wenden Sie vielleicht ein, dass das ja nicht jeder machen kann. Nicht jeder kann wie damals Paulus und Timotheus heute vollzeitlich als Mitarbeiter tätig sein. Richtig. Jedoch möchte Jesus auch heute manchen, der an ihn glaubt, als vollzeitlichen Mitarbeiter in seinen Dienst rufen. Vielleicht hat Jesus das auch bereits zu ihnen gesagt, dass er sie in seinem Dienst gebrauchen möchte. Heidi oder Lydia, Lukas, Philipp oder wie Sie immer auch heißen mögen: „Der Meister ist da und ruft dich“! Wie ist Ihre Antwort?

Aber auch für all die anderen Christen hat der lebendige Gott Aufgaben. Auch zu denen sagt er „Predige das Wort, steh dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit“. (2. Tim. 4,2) Wie kann das geschehen? Liebe Hörer, haben Sie Kinder oder Enkelkinder? Dann machen Sie es doch so, wie die Großmutter und Mutter von Timotheus. Sie haben Timotheus von Jesus erzählt.

Fangen Sie früh an und nehmen Sie sich die Zeit, um Ihren Kindern von Jesus zu erzählen. Lesen Sie Ihnen aus der Kinderbibel vor, singen und beten Sie mit ihnen. In der Bibel wird immer wieder davon berichtet, wie wichtig diese Aufgabe ist. Dort ist z. Bsp. auch von Samuel die Rede, der von seiner Mutter früh im Glauben unterrichtet wird (1. Samuel 1). Ich weiß von einer Mutter, die mit ihren Kindern beim Verlassen des Hauses betete und sie segnete. Etwa so: “Ich geh jetzt aus dem Hause fort, - Herr bleib bei mir mit Deinem Wort, mit deinem Schutz und Segen. Auf allen meinen Wegen“.

Ich hörte von jemand, der an seinem Ort Traktate verteilte und sie auch in Briefkästen warf. Dabei wurde er beobachtet und angesprochen und er konnte von Jesus erzählen.

Vielleicht sagen Sie, dass Ihnen das aktive auf andere Menschen zu gehen nicht so liegt und gelingt. Da geht es Ihnen wie einst Mose, den Gott in seinen Dienst stellen wollte. Er entgegnete Gott gegenüber „Ach, mein Herr, ich bin von jeher nicht beredt gewesen, auch jetzt nicht, denn ich habe eine schwere Zunge“ (2. Mose 4,10). Gott sandte ihm in seinem Bruder Aaron eine Hilfe und sagte zu Mose: „Du sollst zu ihm reden und die Worte in seinen Mund legen. Und er soll für dich zum Volk reden; er soll dein Mund sein (2. Mose 4, 14 – 16). Auch für Sie gibt es heute solche Hilfe. Wann waren Sie z.B. das letzte Mal in einer christlichen Buchhandlung? Dort gibt es eine große Auswahl an christlicher Literatur, die sie weitergeben können. Dort gibt es Material, damit von Jesus gelesen, gehört, gesungen und gesehen werden kann: Bücher, Karten, Kalender, CDs, DVDs, Geschenkartikel. Helfen sie sich doch damit! Bringen Sie doch beim nächsten Geburtstag zu der Flasche Wein oder den Blumen auch ein christliches Buch mit.

Wie steht es um Ihren Arbeitsplatz? Wissen Ihre Kolleginnen und Kollegen, dass Sie an Jesus glauben? Bernd war beim Zoll. Nachdem seine Kollegen wussten, dass er Christ ist, wurde er herausgefordert und musste immer wieder Stellung beziehen. Er tat das und betete treu für seine Arbeitskollegen. Dann bekam er die Idee, in den Pausenraum einen christlichen Kalender zu hängen.

Möglich, dass Sie jetzt sagen, dass Sie gerne Jesus bezeugen möchten, jedoch wenig oder gar nicht mehr aus dem Haus kommen. Dann beten Sie doch darum, dass Gott ihnen eine Möglichkeit zeigt, wie sie mit den Menschen, die zu Besuch kommen, oder mit denen Sie telefonieren über den Glauben reden können.

Kurt Heimbucher hatte einst geschrieben: „Aus Dankbarkeit kann ich nicht schweigen, muss andern Menschen Jesus zeigen, der blutend starb an unsrer statt. Sie sollen auch nach Hause finden und mit uns auf dem Wege künden: wohl dem, der einen Heiland hat“. (Kurt Heimbucher, 1981: Lied: „Ich freue mich an diesem Leben“, Vers 5)

Paulus schreibt an Timotheus in Vers 5: „Du aber sei nüchtern in allen Dingen: leide willig, tu das Werk eines Predigers des Evangeliums, richte dein Amt redlich aus“ (2. Tim 4, 5). Er meint damit, dass er sich bei allem Zeuge sein auf Reaktionen, auf Gegenwind, auf Leiden einstellen soll. Er meint damit aber auch, dass Timotheus treu, jedoch auch realistisch sein soll. „Du hast eine kleine, begrenzte Kraft“, scheint er zu sagen. Aber sei auch nüchtern, realistisch genug, dass Gott Deine Begrenztheit gebrauchen möchte für seine Aufgaben. Gott möchte Dich gebrauchen als Zeuge, oder wie es in der Bibel auch heißt als Sämann. Ein Sämann streut den Samen aus, so wie es seine Aufgabe ist.

Für das wachsen, gedeihen und die Ernte sorgt ein anderer. Nicht anders ergeht es uns heute beim Predigen und wenn wir davon reden, was Jesus in unserem Leben getan hat.


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