/ Wort zum Tag

Weiß ich es wirklich?

Bibelvers

Was Gott verheißt, das kann er auch tun.

Römer 4,21

Christa Weik
Christa Weik

Der Lehrtext für den heutigen Tag steht im Brief des Paulus an die Christen in Rom in Kapitel 4, Vers 21, und lautet: „Was Gott verheißt, das kann er auch tun!“

Geht es Ihnen, liebe Hörer, jetzt ähnlich wie manchem unter uns? „Das weiß ich doch: Gott hält, was er verspricht“, sagen viele mit Überzeugung. Dabei denken ich und andere an Ereignisse in der Bibel, denen wir aus heutiger Sicht hinterhersehen können. Wir können nachverfolgen, wie sich Gottes Versprechen an einzelnen Personen und am Volk Gottes erfüllt haben. Deshalb müssten wir heute eigentlich als glaubensvolle, ermutigte Leute unser Leben mit Jesus leben. Aber – ist das bei uns wirklich der Fall? Kennen wir nicht viel mehr auch Zweifel und Unsicherheiten, wenn wir an bestimmte Bibelverse denken, durch die Jesus zu uns persönlich gesprochen hat? Warten wir nicht manchmal ungeduldig auf die Erfüllung einer Zusage: Wann endlich wird Jesus eingreifen? Oder wir fragen uns mit einem Anflug von Resignation, ob überhaupt noch etwas geschehen wird?

Werfen wir einen Blick auf Abraham, von dem gesagt wird: Er wusste aufs Allergewisseste: Was Gott verheißt, das kann er auch tun. Welche Herausforderungen hatte Abraham zu bestehen?

Als der lebendige Gott, den Abraham bis dahin nicht kannte, ihn aus Ur in Chaldäa rief, um ihn in ein neues Land zu führen und ein großes Volk aus ihm zu machen, stand Gottes Wort gegen die sichtbare Wirklichkeit: Abraham war alt und kinderlos, seine Frau Sara war unfruchtbar. Doch Abraham ließ sich auf Gottes Auftrag ein und gehorchte ihm. Mehrfach erhielt er die Zusage: Ich will dich zu einem großen Volk machen. Den Zeitpunkt hatte Gott nicht genannt.

Nach 24 Jahren des Wartens kam eine erneute Ankündigung: In einem Jahr werden Sara und du einen Sohn haben. Bis zu diesem Zeitpunkt war Abraham einerseits Schritte des Vertrauens gegangen und hatte Gottes Führung erlebt. Andererseits blickte er auch auf Irrwege und Schuld zurück, die Gott zum Schweigen gegenüber Abraham veranlasste hatte.

Nun war Abraham erneut herausgefordert: Er war inzwischen 99 Jahre alt, seine Frau Sara zehn Jahre jünger. Wie sollte sich in dieser Situation Gottes Wort erfüllen? Paulus gibt uns im Römerbrief einen wichtigen Hinweis: Abraham sah nicht auf seinen „erstorbenen Leib“, er ließ sich nicht zum Unglauben verleiten, sondern – so sagt es die Elberfelder Übersetzung – er wurde stark im Glauben, indem er Gott die Ehre gab. Gegen allen Augenschein setzte er sein Vertrauen in Gottes Zusage. Abraham glaubte Gott gegen alle Hoffnung auf Hoffnung hin. Der Sohn Isaak wurde geboren, aus Abraham wurde das große Volk Israel.

Der Schreiber des Hebräerbriefes beschreibt den Glauben als eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, als ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht (Hebr. 11,1). Anders ausgedrückt: Der Glaube ist die Grundlage unserer Hoffnung, er ist ein Überführtsein von Wirklichkeiten, die man nicht sieht (NeÜ). Es geht nicht um unseren starken, großen Glauben, sondern um den Glauben an den starken, großen Herrn Jesus Christus. Im Glauben richten wir uns mehr an seiner Größe aus als an dem, das wir sichtbar vor Augen haben. Dazu brauchen wir ihn in seinem Wort, das in unserem Leben immer mehr Raum gewinnen will.

Diese innere Glaubenshaltung gewinnen wir nicht „ein für allemal“, sondern wir dürfen sie immer neu von unserem Herrn erbitten. Wir sollen bereit sein, Schritte des Glaubens zu wagen und damit verbundene Spannungen auszuhalten. „Herr, ich vertraue dir! Weil du Gott bist, kannst du auch tun, was du versprichst!“ Das gilt gewiss - auch heute!

Schwester Christa Weik, Diakonissenmutterhaus Aidlingen


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