/ Wort zum Tag

Wachstum heißt Veränderung

Bibelvers

Paulus schreibt: Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.

Philipper 1,6

Im Wort zum heutigen Tag geht es um Wachstum, um Veränderung, oder man könnte auch sagen: um Heiligung. Der Apostel Paulus schreibt der Gemeinde in Philippi, zu der er ein ausgesprochen herzliches Verhältnis pflegt. Am Anfang des Briefes, in Philipper 1,6, heisst es: „Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“

In diesem Zuspruch höre ich einerseits eine Entlastung und Ermutigung, die auch uns gilt: Wir müssen es nicht alleine schaffen. Christus hilft uns. Er macht uns mehr und mehr zu den Menschen, die wir sein können und sein sollen. Mit seiner Hilfe können wir nach Gottes Willen leben. Dank ihm werden wir das Ziel erreichen.

Andererseits wird mir auch die Herausforderung bewusst, die in diesen Zeilen liegt. Statt uns mit dem schon Erreichten zufrieden zu geben, sollen wir Christus an uns arbeiten lassen. Davon wird auch in den heutigen Kirchen und Gemeinden viel gesprochen. Die Begriffe Wachstum, Heiligung und Veränderung sind geläufig. Dennoch zögern wir oft, sobald es darum geht, Neues anzupacken oder etwas auf eine andere Art zu tun.

Ich konnte letztes Jahr eine längere Auszeit gestalten. Das hieß für mich unter anderem: Ein halbes Jahr lang nicht predigen müssen, sondern zuhören dürfen und sich ansprechen lassen. Das ist mir weniger leicht gefallen als erwartet. Vor allem ist mir schnell aufgefallen, wie leicht und gerne man sich als Predigthörer auf Inhalte konzentriert, die das eigene Leben bestätigen. Bleibt diese Bestätigung aus, kritisiert man lieber den Prediger als sich selbst hinterfragen zu lassen. Am liebsten lässt man sich zusprechen, wie gut man unterwegs ist und dass man das Richtige glaubt, denkt und tut. Zu Beginn dieser Auszeit habe ich mich deshalb jeweils sehr bewusst auf den Gottesdienstbesuch eingestellt und mir gesagt: «Du bist nicht als Kritiker da, sondern als einer, den Gott ansprechen will. Es geht nicht um die Bewertung der gehörten Predigt, sondern um das, was Gott Dir dadurch zeigen will. Sei bereit, dich hinterfragen zu lassen, dich korrigieren und somit Gott an dir arbeiten zu lassen.»

„Gott wird sein angefangenes Werk in dir vollenden!“ – Diese Verheißung hat ihre herausfordernden Seiten. Ich bin herausgefordert zum Wachstum, und das heißt eben auch: zur Veränderung. Bin ich dazu bereit? – In unsern Gesprächen benutzen wir manchmal Formulierungen, die mich aufhorchen lassen. Wie gerne reden wir zum Beispiel davon «im Glauben zu stehen». Das klingt eher statisch und nicht nach Veränderung. Außerdem geht dabei vergessen, dass Jesus weniger zum Glauben eingeladen sondern viel mehr in die Nachfolge berufen hat. Unser Leben und Glauben wäre besser beschrieben, wenn wir davon sprechen würden, dass wir mit Jesus, das heißt in seinen Fußspuren unterwegs sind. Wir sind ja noch nicht am Ziel, sind noch nicht vollkommen.

Und das müssen wir ja auch nicht sein. Paulus erinnert daran, dass Gott selbst uns weiter und dem Ziel näher bringt. Auch wenn wir in unseren Gedanken vielleicht gerne sesshaft bleiben würden – Glauben heißt: Unterwegs sein, weiter gehen, wachsen. Dabei dürfen wir wissen: Wenn wir uns darauf einlassen, sind und bleiben wir gehalten von dem, der in uns das gute Werk angefangen hat. Er wird es auch vollenden.

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