/ Wort zum Tag

Vier ermutigende Leuchtzeichen

Bibelvers

Der HERR sprach zu Mose: Du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen.

2. Mose 33,17

Bevor ich vor einigen Jahren meinen Dienst als Kinderevangelistin in Sachsen begann,
stärkte Jesus mich durch ein Lied: „Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist,
weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt. Seit leuchtend Gottes Bogen am
hohen Himmel stand, sind Menschen ausgezogen in das gelobte Land“ (K. P. Hertzsch, EG
395,1). So konnte ich unter Gottes Leuchtzeichen zuversichtlich und erwartungsvoll auf das
Neue zugehen – zwar nicht ins gelobte Land Israel, aber eben nach Sachsen.

An dieses für mich wichtige Erleben dachte ich, als ich 2. Mose 33,17 las. Mose bittet Gott angesichts der schweren Aufgabe, das Volk Israel in das versprochene Land zu führen, um seinen direkten Beistand. Gott beantwortet seine Bitte mit der Zusage: „Du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen.“

Vier ermutigende Leuchtzeichen habe ich darin entdeckt, die ich in der Verbindung zum
Neuen Testament nennen möchte:

Erstes Leuchtzeichen: Der Herr spricht zu Mose – er spricht zu uns. Es handelt sich bei Gott
und Mose um ein direktes Gespräch: „wie ein Mann mit seinem Freunde redet“ (V. 11). Das
heißt: unmittelbar, in großer Nähe, ohne Vorbehalte, in enger Vertrautheit. Zu uns spricht der
lebendige Gott im Wesentlichen durch die Bibel, durch sein Wort. Jesus, der Sohn Gottes, ist
das Mensch gewordene Wort (Joh 1; Hebr 1). Welch ein Geschenk, dass wir die Bibelhaben, dass Gott unsere Sprache spricht und dass unser Reden mit ihm von ihm gewiss gehört wird.Z

Zweites Leuchtzeichen: Gott sieht Mose an: „… in meinen Augen …“ – er sieht jeden von uns, in welcher Lage wir auch sein mögen. Diese Zusage kann uns fraglich erscheinen, wenn wir an schwere Lebensführungen und Krisen denken. Hier in der Wüste versichert Gott seinem Knecht Mose, dass er ihn sieht und dass er ihm zugleich seine – Gottes – Herrlichkeit zeigen wird. Von Jesus heißt es im Neuen Testament: „Und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes , voller Gnade und Wahrheit“ (Joh 1,16). Dass wir ihn in seinem Wort und seinem Handeln an uns sehen dürfen und dass sein Blick auf uns gerichtet ist, macht mich froh.  Wie es in Anlehnung an das Lied heißt: „Dass seine Augen auf mich gerichtet sind, macht mich froh“.

Drittes Leuchtzeichen: Gott beschenkt Mose und uns mit seiner Gnade. Gnade heißt: Gottes Nähe auf der Erde (G-n-a-d-e ). Wozu brauchen wir sie? Um für unseren Herrn da zu sein, um uns von ihm verändern zu lassen, um unseren persönlichen Alltag zu bewältigen, zur Geduld im Leiden und in Schwachheit, zur Bewährung unseres Glaubens, gerade auch im Dienst am Nächsten.

Viertes Leuchtzeichen: Gott kennt Mose und uns mit Namen. Unser Wesen, unsere Persönlichkeit ist ihm durch und durch bekannt. Darum kann Jesus sagen: „Ich kennen die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt; und ich kenne den Vater“ (Joh. 10). Kennen – das beschreibt die tiefste und engste Gemeinschaft, die zwei Personen miteinander haben können.

Welche Aufgaben auch immer heute vor uns liegen mögen – wir können beten: „Herr, ich danke dir, dass du zu mir sprichst, mich siehst, mir gnädig bist und mich kennst. Amen!“

 

Schwester Christa Weik, Diakonissenmutterhaus Aidlingen


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