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Unterschlupf

Birgit Wolfram über Psalm 91,4.

Bibelvers

Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.

Psalm 91,4

Sind Sie heute schon gedrückt worden? Ich meine, so ganz, ganz fest? Das ist doch ein schönes Gefühl, oder? Zu spüren, der andere ist da; die Hände, die einen festhalten; die körperliche Nähe und Wärme. Ja, da fühle ich mich sicher und geborgen. Also wenn Sie mich fragen: Ich schlüpfe gerne unter! Aber da bin ich kein Einzelfall. Das machen auch die Küken oder Jungvögel. Die schlüpfen auch bei ihrer Mama unter. Das Vogelweibchen legt einfach seine Flügel über sie. Ein schönes Bild.

Dieses Bild beschreibt auch Psalm 91, Vers 4. Die heutige Losung. Da heißt es von Gott:

Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.

Gott höchstpersönlich nimmt Sie und mich unter seine Fittiche!

Mit Fittichen sind übrigens die Flügel gemeint. Aber halt! Hat Gott etwa Flügel? Soweit ich weiß, nein! Das hat sich der Psalmbeter wohl so ausgedacht, oder? Vielleicht inspirierte ihn dazu der beeindruckende Engel auf der Bundeslade. Die Bundeslade war damals das Heiligtum der Israeliten. Sie stand mitten in Jerusalem. Ein großer Kasten aus Holz, mit Gold überzogen. In ihm wurden die 10 Gebote aufbewahrt.

Und dieser Engel auf der Bundeslade hatte so große Flügel, dass sie zum Unterschlupf einluden.

Er wird dich mit seinen Fittichen decken.

Gott nimmt Sie und mich unter seine Fittiche! Kennen Sie diese Redewendung? Wenn z.B. der Ausbilder einen neuen Lehrling bekommt, dann nimmt er ihn unter seine Fittiche. D.h. er hat ein Auge auf ihn. Oder der Fußballtrainer. Er nimmt Spieler unter seine Fittiche, um sie zu fördern. Auf unser Leben übertragen heißt es: Gott kümmert sich um Sie und mich. Egal, wie es mir heute geht. Egal, welche Aufgaben auf mich warten: Gott geht mit! Seine Fittiche sind stark genug, um mich zu schützen und zu tragen. Und:

Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.

Zuflucht. - Wo suchen Sie und ich Zuflucht? Gibt es Orte, an denen wir uns geborgen fühlen? Wo wir hin flüchten, wenn alles zu viel wird? Ein wichtiger Rückzugsort für mich ist die Stille. Das Alleinsein. Ich gehe z. B. gerne in die Kirche und zünde eine Kerze an. Oder laufe durch die Natur und bespreche alles mit Gott.  Zuflucht suche ich aber auch bei vertrauten Menschen. Da sind in erster Linie mein Mann und unsere erwachsenen Kinder. Einmal in der Woche treffen wir uns zum Familiengebet. Jeder erzählt, was ihn beschäftigt, welche Anliegen er hat, und dann beten wir füreinander. Da mache ich genau diese Erfahrung:

Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.

Flüchten in die Gegenwart Gottes, wenn es ganz dicke kommt. Wenn es Menschen gibt, die Ihnen und mir Böses wollen. Oder wenn Krankheiten kommen, die unser Leben bedrohen (Psalm 91, 3).

Ich nehme die Losung heute gern für mich persönlich. Denn im Moment ist die Krankheit in unser Leben eingezogen. Da ist es für mich sehr tröstlich zu wissen: Gott ist der große starke Engel, der auf mich aufpasst. Der Ihnen und mir nahe sein will. Ehrlich gesagt: Da schlüpfe ich gerne unter.

Und in diesem Sinne seien Sie heute mal ganz fest gedrückt!


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