/ Wort zum Tag

Sehnsucht nach Frieden

Albrecht Kaul über Micha 5,4.

Jedes Jahr am 10. Dezember wird in Oslo der Friedensnobelpreis verliehen. Den ersten bekam Henry Dunant 1901 und seitdem sind viele Menschen geehrt worden, die sich um den Frieden verdient gemacht haben. Unter ihnen Bertha von Suttner, John Mott und Dag Hammarskjöld, aber auch Albert Schweitzer, Willy Brandt und Mutter Theresa. Manche Politiker sind darunter, bei denen man hoffte, sie werden sich in Zukunft – und durch diesen Preis – verstärkt für den brüchigen Frieden in der Welt einsetzen. Enttäuschungen waren vorprogrammiert, aber die Sehnsucht nach einem Menschen, der Frieden bringt, ist schon sehr alt.

Bereits im Konflikt zwischen Israeliten und Assyrern 700 vor Christus sehnte man sich nach einem starken Herrscher, der endlich Frieden bringt. Der Prophet Micha kündigt ihn an: „Er wird der Friede sein“ (Micha 5,4). Also nicht nur für Frieden sorgen, Krieg und Streit beenden, sondern sein Wesen, seine Aufgabe, seine Person wird „der Friede“ sein. Dass es noch 700 Jahre dauerte, bis dieses göttliche Versprechen eingelöst wurde, das hat sich sicher auch Micha so nicht vorstellen können. Aber es ist so. Im Jahre Null wird ein Kind geboren, bei dessen „Geburtstagsfeier“ von einem himmlischen Chor ein umfassender Frieden angekündigt wird. Ein Frieden der Selbstlosigkeit der Menschen untereinander und der Schuldlosigkeit vor Gott, also Frieden mit Gott.

Die Friedens-Politiker träumen davon, dass Frieden wird, wenn alle so denken, handeln und sind wie sie. Auch Lenin meinte, dass ewiger Frieden sein wird, wenn alle Welt kommunistisch ist. Gottes Plan ist völlig anders. Er sagt: Frieden wird nicht, wenn alle so werden wir ich, sondern Frieden wird, wenn ich so werde wie die Menschen. Ich komme in Menschengestalt – in dem Menschen Jesus Christus – zu euch, lebe euch echte Liebe und Barmherzigkeit vor und werde das Ur-Übel allen Unfriedens, die Sünde, entmachten. Das hat Jesus sein Leben gekostet. Am Kreuz von Golgatha stirbt er stellvertretend für uns den Tod der Gottesferne. Alle Schuld, die Last der Zweifel, der Rebellion gegen Gott und die nicht wieder gut zu machenden Gemeinheiten nimmt er mit ans Kreuz und büßt für uns. Ja, auch für das, was wir heute 2000 Jahre später auf dem Kerbholz haben und uns immer wieder dazu laden. Das ist schwer zu begreifen, aber es ist die Strategie unseres Gottes.

In Jesus, seinem Sterben und Auferstehen liegt die Lösung zum umfassenden Frieden. Erstens, der Friede mit Gott und zweitens der Friede zwischen den Menschen. Und daran lässt die Bibel keine Zweifel: Unser Auftrag ist, die Menschen in den Frieden Gottes zu rufen und selbst zu Friedensstiftern zu werden. Auch dort, wo es mühsam ist, in der Familie, zwischen Arbeitskollegen oder im Wohnheim. Eben auch heute, wo sich so schnell Unfriede hochschaukelt, bewusst den Frieden mit Worten, Gesten und der ausgestreckten Versöhnungshand anzuregen. Dafür wird es am 10. Dezember keinen Nobelpreis geben, aber Sie haben Ihre Aufgabe auf Erden in dem Punkt ernst genommen: Friedensstifter für den zu sein, der unser Friede ist: Jesus Christus.


Kommentare

Von Brigitte L. am .

Danke für die super gute Friedensbotschaft aus Gottes Botschaft, echt Kompass für`s Leben

Von Gabriele R. am .

Ich würde gerne im Hauskreis und später eventuell in
kleinen Andachten in unserer Dorfkirche dieses Wort zum Tag nutzen. Braucht man dafür jedes Mal eine Genehmigung?

Von Edith S. am .

Vielen lieben Dank für das Wort. Ich danke Gott, dass sie in einer so kurzen Andacht es so auf den Punkt gebracht haben. Gott behüte Sie.
MfG Edith S.


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