/ Wort zum Tag

Das Lob Gottes als Endlosschleife?

Christa Weik über Psalm 113,3.

Bibelvers

Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN!

Psalm 113,3

Loben wie in einer Endlosschleife – wie soll das gehen? So fragen Sie sich vielleicht beim Hören des heutigen Losungsverses aus Psalm 113,3: „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobt der Name des Herrn!“ Vielleicht haben Sie diesen Bibelvers als Kanon schon in der Grundschule gelernt oder als Tischlied gesungen? Ist es wirklich möglich, den lebendigen Gott vom Morgen bis zum Abend wie in der Endlosschleife eines Musikstückes zu loben? Ist unser Alltag nicht eher durchzogen von Klagen vor und Bitten an Gott? Was meint der Psalmbeter, wenn er uns heute zum dauernden Lob Gottes aufruft?

Dazu einige Gedanken:

Das Lob Gottes, das Halleluja dieses Psalms, gehört zum Passah-Hallel. Es umfasst die Psalmen 113 – 118 und wird im Zusammenhang mit dem jährlichen Passahfest gesprochen. Es erinnert an den Auszug der Israeliten aus der Gefangenschaft in Ägypten, als das Passahfest zum ersten Mal gefeiert wurde. Seitdem befand sich das Volk nicht mehr in der Knechtschaft, sondern in Freiheit. Nicht mehr Knechte, sondern Freie - neutestamentlich gesehen kann sich jeder freuen, der im Glauben an Jesus Christus lebt. Er kann als Befreiter in der Bindung an seinen Herrn leben und ihn loben.

Das Lob Gottes hat nicht äußere Umstände zum Inhalt, sondern die Größe und die Gnade Gottes. Der Psalmbeter spricht in einem Atemzug vom unvergleichlichen Gott, der im Himmel thront und der sich gleichzeitig zu uns Geringen und Armen herabneigt. Ein anderer Psalmbeter beschreibt das genauer in Psalm 50 (V. 1): „Gott, der Herr, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.“ Durch sein Reden gibt Gott unserem Leben die entscheidende Wende. Durch sein Wort verändert er unseren Alltag samt unserer Sichtweise auf alles, was unsere Tage füllt.

Das Lob Gottes entspringt einem dankbaren Herzen, das den lebendigen Gott in die Mitte des Lebens stellt. Ein Leben als Lobpreis lässt sich nicht auf Knopfdruck „machen“. Für uns als Christen besteht die Herausforderung darin, uns mitten im Alltag immer neu darauf zu besinnen, wer Gott in seinem Wesen (Anm.: = Name) ist, was er uns mit seinem Kommen in diese Welt in Jesus Christus geschenkt hat und wie er durch seinen Heiligen Geist in uns Gestalt gewinnen will.

Vielleicht befinden Sie sich angesichts des bevorstehenden Festes im Adventsstress und wissen nicht, wo Ihnen der Kopf steht? Ein Vorschlag: Ich nehme mir drei Minuten Zeit, wähle aus einem Lob-ABC drei Buchstaben aus und besinne mich auf Gottes Größe, zum Beispiel so: A – er ist allmächtig; B – er ist barmherzig; C – Christus Jesus ist der Herr aller Herren und König aller Könige. Wir feiern sein Kommen in diese Welt zur Erlösung von unseren Sünden.

Ist das nicht Grund genug, ihn zu loben? Vielleicht finden Sie heute auch kleine Drei-Minuten-Pausen, in denen Sie ein eigenes Lob-ABC beginnen. So sind Sie mittendrin im nicht endenden Lob Gottes vom Morgen bis zum Abend, vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang!

 

Schwester Christa Weik, Diakonissenmutterhaus Aidlingen



Kommentare

Von B. Lukas am .

Psalm 113,3: „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobt der Name des Herrn!“
Man könnte auch sagen vom (damals bekannten) Morgen - bis zum Abendland sei gelobet der Name des Herrn. Dazu passt dann auch Psalm 50 (V. 1): „Gott, der Herr, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.“


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