/ Wort zum Tag

Hast du mich lieb?

Bibelvers

Spricht Jesus zum dritten Mal zu Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!

Johannes 21,17

Da stehen sie nun, die Netze voller Fische; ein Kohlenfeuer brennt bereits, der Grill ist fertig. Brotfladen sind schon gebacken, sogar einige Fische sind schon  dabei, gar zu werden. „Bringt von Euren Fischen“ – werden die Jünger aufgefordert. Viele große Fische hatten sie an diesem Morgen gefangen. Eine Menge, die man so schnell nicht vergisst.

Jesus hat schon alles bereit und nun bittet er die Jünger, von ihrem Fang dazuzutun.

„Kommt und haltet das Mahl! – mit diesen wenigen Worten lädt Jesus die Jünger ein. Vor kurzem erst waren sie aus Jerusalem wieder an den See Genezareth zurückgekehrt, hatten beschlossen, wieder in ihrem alten Beruf zu arbeiten. Jetzt treffen sie an diesem frühen Morgen auf Jesus, den Auferstandenen. Und der nimmt sie mit hinein in die Gemeinschaft. Fragt nicht lange, braucht keine Erklärungen. Kommt. Esst mit mir. Du bist in meiner Nähe willkommen, Dir will ich jetzt begegnen.

Die Jünger wagten gar nicht zu fragen: „Wer bist Du?“ – denn sie wussten es schon lange. Spätestens ab dem Zeitpunkt, als er sie vom Ufer aus anrief, wie sie da zurückkamen von einer Nacht Arbeit ohne Ergebnis. „Kinder, habt ihr nichts gefangen?“ Dann dieser merkwürdige Auftrag, einen, den sie schon einmal gehört hatten: „Werft Euer Netz noch einmal aus ...“ Das Boot konnte die Menge der Fische  kaum fassen und kaum fassen konnten sie auch die Erkenntnis: Es ist der Herr!

Nun sitzen Sie da. Schweigsam, beklommen, ... und essen.

Besonders dieser Petrus druckst herum. Er weiß ja nicht nur, wer Jesus ist, Er weiß auch, wer er selbst ist. Seine Großmäuligkeit kommt ihm in den Sinn. Wenn alle fliehen – ich bleibe und kämpfe. Noch heute steigt ihm die Schamröte ins Gesicht, wenn er daran zurückdenkt, wie er dort im Hof am Kohlenfeuer gesagt hat: „Den da, den kenne ich gar nicht!“

Das ist gar nicht schlecht, dieses Wissen um die eigene Befindlichkeit vor Gott.

Es lohnt sich, zurück zu denken und auch die Niederlagen und das Versagen im eigenen Leben zu erinnern und zu bekennen.

Petrus kennt seine eigene Dunkelheit, dieses Erschrecken vor dem eigenen Versagen.

Da spricht Jesus ihn an: „Werner BückleinDrei Mal die gleiche Frage: hast du mich lieb

Das ist die entscheidende Frage, wenn Menschen mit Jesus zusammen kommen.

Nicht: was bringst du mit, wie war der Fang – bist Du erfolgreich gewesen?

Oder was kannst du und was hast du?

Das wäre etwa so, als würde ein Ehemann seiner Frau ein Paar Gummistiefel schenken mit den Worten: „Die sind sehr praktisch, mit denen kannst Du prima im Garten arbeiten.“

Ein sehr praktisches Geschenk, wohl wahr, aber Beziehung ist doch kein Kolonialwarenladen!

Mancher Ehepartner wäre vielleicht schon froh, wenn er hören würde: Du kochst gut, putzt ausgezeichnet, sorgst für die Kinder, bist eine galante Unterhalterin,....

Die wirklich wichtige Frage aber ist doch die: hast du mich lieb – als das Wesentliche in der Beziehung.

Drei Mal wird Petrus gefragt: diese entscheidende Frage. Und seine  Antwort?

Ja, Herr, du weißt alle Dinge – Du weißt, dass ich dich lieb habe

Du weißt.

Du weißt doch, wie sehr ich mich bemüht habe. Du weißt, dass ich mir nichts sehnlicher gewünscht habe, als für dich einzutreten. Du weißt doch, dass ich mit ganzem Herzen Dein Zeuge in dieser Welt sein wollte. Du weißt. Du weißt auch um mein Versagen. Du weißt, wie ich gekniffen habe, wie mich der Mut verließ und ich zur rechten Zeit nicht das rechte Wort im Munde hatte. Du weißt, wie ich versagt,  mein Versprechen gebrochen habe und weggelaufen bin. Du weißt.

Du weißt auch, was ich jetzt, nach alledem, am meisten brauche: Befreiung. Vergebung, ein gutes Wort. Neuanfang.

Was Petrus in diesem Moment wohl noch gar nicht recht bemerkt, ist, dass er mit Jesus gemeinsam am Feuer sitzt, Brot und Fisch geteilt bekommt und mit ihm zusammen isst. Der Neuanfang ist schon lange gemacht. Jetzt geht der Blick nach vorne. Wie geht es weiter? Keine Frage, sondern ein Impuls: Folge mir nach.

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