/ Wort zum Tag

Gottes Freundlichkeit

Bibelvers

Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!

Psalm 34,9

David auf der Flucht. Sein Verfolger Saul ist ausgerechnet der Mann, dem er Amt, Ehre und Leben gerettet hat. Undank ist der Welt Lohn. Nirgends ist David sicher. Denn alle, die ihm helfen, werden ebenfalls grausam behandelt. Seine Familie hat keine Ahnung, wo er steckt. Ohne Bleibe, Ohne Perspektive, ohne Dach über dem Kopf und ohne Essen und Trinken. Wohin? Er hat die geniale Idee, zum Feind überzulaufen. Ausgerechnet zu den Philistern, deren Aushängeschild Goliath er besiegt hat. Ob sie ihn leben lassen?

Er stellt sich wahnsinnig, denn er weiß, das erhöht seine Lebenschance. Die Philister tun ihm zwar nichts an, aber ihr König entscheidet: Verrückte hab ich schon genug im Land – diesen kann ich nicht auch noch brauchen. Wo soll er nun hin? David, was nun?

Was würden wir erwarten? Düstere Rachegedanken? Wenn ich mal die Chance habe, dem Saul die Meinung zu sagen, dann Gnade ihm Gott. Oder: Abgrundtiefe Niedergeschlagenheit – Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr. Es geht nicht mehr. Oder: Trotziges Aufbäumen: Kopf hoch, Ich pack das. Ich krieg das hin.

Nichts von alledem. David hat ein Loblied auf den Lippen. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn traut. Hört ihm überhaupt jemand zu? Die einzigen Kumpels, die zu ihm halten, sind finstere Gestalten, die man nicht gerade als bürgerlich bezeichnen kann. Eine Räuberbande. Eine Art von Terroristenzelle. Denen gilt Davids Bekenntnis: Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn traut. Wörtlich aus dem Hebräischen übersetzt: Gratulieren kann man dem starken jungen Mann, der Unterschlupf findet bei Gott; sich in ihm birgt; Zuflucht sucht und findet bei IHM.

Leute, Kumpels, Kollegen, sagt David, ich kenne einen Gott, der stillt unseren Lebenshunger dann, wenn nichts anderes ihn stillen kann. Er zeigt uns seine Güte, wenn wir sonst nichts Gutes sehen. Er setzt seine Kraft nicht auf unsere Kraft, sondern auf unsere Schwäche. Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen. Wie das aussieht, sehen wir an der Abenteuergeschichte von Davids Leben.

Aber auch in unserem Leben: Gottes Freundlichkeit gilt nicht nur für Wohlfühlstunden, sondern ganz besonders für Tage, an denen es drunter und drüber geht. Ja, wir müssen sogar feststellen: Ausgerechnet die turbulenten Zeiten sind es, in denen David täglich Gottes Durchtragen erlebt. Als er später in trockenen Tüchern in seinem Königs-Palast sitzt, meint er seinen Lebenshunger aus eigener Begierde stillen zu können. Da beschäftigen sich seine Augen mit seinen Nachbarinnen anstatt mit Gottes Freundlichkeit. Der Absturz ist vorprogrammiert. Aber selbst dann gilt es: Wohl dem, der auf ihn traut.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren