/ Wort zum Tag

„Führe mich, o Herr, und leite …“

Ulrich Mack über 2. Mose 23,20.

Bibelvers

Der HERR spricht: Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bestimmt habe.

2. Mose 23,20

„Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang …“ – so heißt es in einem Lied, viel gesungen, oft gebetet. Aber wie geht das denn – von Gott geführt werden? Und weiter gefragt: gelingt das nur an guten Tagen?

Viele bitten oft: leite mich auf meinen Wegen. Aber was, wenn mein Weg durch Brüche führt und Zerbrüche, durch Krankheiten und Enttäuschungen? Woran kann ich festmachen, dass Gott mich auch dann gut leitet?

Ich möchte Ihnen von Israel erzählen, von dem Volk, das Gott aus der Sklaverei in Ägypten befreite. Er führte es mit Mose durch das Meer, führte es in die Freiheit.

Dann am Berg Sinai, mitten in der Wüste, hat Gott sich mit dem Volk verbunden. „Ich will euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein“, sagte er. Also: wir gehören zusammen! Gott gab dem Volk Gebote, Regeln der Verbundenheit. Und dann versprach Gott - so zu lesen im 2. Mosebuch 23,20:

Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bestimmt habe.

Israel hat sich immer wieder an diese Zusage erinnert. Auch dann, als es über steinige Wege und durch Wüstenstrecken ging. Warum? Deshalb, weil Gottes Leiten einen Ausgangspunkt hatte - den Bund am Sinai – und ein Ziel – das Land, das Gott dem Volk versprochen hat. Beides war wichtig, der Rückblick auf den Bund und der Ausblick auf das Ziel.

Als Christen sind wir in das Leiten Gottes hinein genommen. Beides ist dabei wichtig, der Rückblick und der Ausblick.

Der Rückblick: Gott hat sich mit uns neu verbunden. Als Jesus für uns starb, führte er uns aus der Sklaverei der Sünde in die Freiheit, ihm zu gehören. Von da kommen wir her. Und der Ausblick: wir sind auf dem Weg in das Land, dass er uns verheißen hat. Jesus ist uns dorthin schon vorausgegangen. Bei ihm zu sein in seiner Herrlichkeit – das ist unser Ziel.

Kreuz und Auferstehung hier, seine ewige Herrlichkeit dort – und dazwischen sind wir nun unterwegs. Und für unsere Tage und Jahre gilt, wie es Gott einst dem Volk Israel versprochen hat: „Ich sende meinen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege.“ Oder mit den Worten, die Jesus selbst gesagt hat: „Ich bin bei euch alle Tage.“ Darauf können wir vertrauen, und mit „wir“ meine ich nun nicht nur gesunde und starke, sondern auch kranke, verzagte und zweifelnde Menschen. Manche sagen: Ich bitte Gott schon lange darum, dass es besser wird – in der Gesundheit, in der Arbeit oder in der Ehe. Und im Stillen fügen sie hinzu: Mein Vertrauen darauf, dass Gott mich gut leitet, wird immer kleiner.

Eben da ist der weite Horizont wichtig. Von Karfreitag und Ostern kommen wir her, und auf das Ziel seiner Herrlichkeit gehen wir zu. Das zu wissen und daran zu glauben, kann unser Heute hell machen, froh und gehalten. Am Sinai versprach Gott dem Volk Israel, dass er seinen Engel auf dem Weg in das verheißene Land vorangehen lässt, auch durch Wüstenstrecken hindurch. Gott kann auf vielfältige Weise seine Boten an unseren Lebensweg stellen. Es können unsichtbare Wesen sein oder einfach Mitmenschen, die uns helfen, es kann ein Lied sein oder ein Satz aus der Bibel, ein Gedanke im Gebet oder ein Bild. Jesus hat viele Möglichkeiten, uns zu leiten und zu zeigen, dass er bei uns ist alle Tage. Denn er ist unsere Herkunft. Und er ist unsere Zukunft. So ist er es, zu dem wir heute bitten können: „Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort“.


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