/ Wort zum Tag

Hoffnungsgedanken

Birgit Winterhoff über 1. Petrus 1,3.

Bibelvers

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

1. Petrus 1,3

Hoffnung hält lebendig. Hoffnungen sind Bausteine unserer Zukunft. Mit 14 Jahren hoffen die meisten, endlich selber bestimmen zu können. Mit 24 Jahren hoffen viele, die große Liebe zu finden. Mit 34, noch einige Karrierestufen höher zu klettern. Mit 44, dass sich die Kinder gut entwickeln. Und mit 64 hoffen wir z. B., dass die Rente reicht und die Gesundheit bleibt. Wir machen uns Hoffnungen. Wir klammern uns an Hoffnungen. Wir leben von Hoffnungen. Und wir erleben, dass Hoffnungen wie Seifenblasen platzen.

„Leben heißt Hoffnungen begraben“, stellt ein deutscher Schriftsteller fest. Das Denken ist diesseitsfixiert, diesseitssüchtig geworden. Die gegenwärtige, sichtbare, materielle Welt bestimmt unser Denken, Reden, Handeln und Empfinden so stark, dass wir sie oft für die einzig reale Welt halten. Eine lebendige Hoffnung, eine Hoffnung über den Tod hinaus erscheint vielen dagegen wie eine billige Jenseitsvertröstung.

Viele Christen sind von diesem Denken stärker infiziert, als sie es sich selber eingestehen. Da hilft nur eins: Umdenken, neuorientieren. Wir müssen lernen, unser Leben unter dem Blickwinkel der Ewigkeit zu sehen. Dann erscheinen viele Dinge in einem anderen Licht.

Wir brauchen verrückte Perspektiven. Perspektive heißt: Durchblick, Weitblick. Aus der Froschperspektive der Kurzsichtigkeit befreit werden zur Weitsichtigkeit des Glaubens, eben:

„Wiedergeboren werden zu einer lebendigen Hoffnung.“

Nicht kraft eigener Leistung, sondern als Geschenk. Gratis! So fällt Hoffnung zwar in den Schoß. Dann aber fährt sie in Köpfe, Arme und Beine. Hoffnung stellt an die Arbeit.

Zähe Arbeit an einem inneren und äußeren Klima der Zuversicht gegen die Trauergeister, die uns umzingeln und lähmen. Die Welt listet Todesdaten auf. Christen müssen Lebensbilder sammeln, Geschichten vom gelingenden Leben erzählen, Hoffnungslieder der Zuversicht singen, an der Bewahrung der Hoffnung arbeiten.  Oft rauben wir uns die Hoffnung, indem wir uns Negatives einreden. Z. B. so: Warum muss immer mir so etwas passieren? Ich habe immer die Looser-Karte!

Ein Gegenmittel gegen Hoffnungslosigkeit und Resignation sind positive Einreden. Ich beginne darum den neuen Tag mit einem Dankgebet oder einem Lob- oder Danklied. Das rückt die Perspektive klar. Christen sind keine Panikmacher oder Miesmacher, auch keine geborenen Pessimisten, sondern wiedergeborene Realisten. Darum kann ich fröhlich an die Arbeit der Hoffnung gehen. Die Aufgaben anpacken, die Gott mir vor die Füße legt.

Zum einen will ich hoffnungsvoll mit anderen Menschen umgehen. „Wer einen Menschen aufgibt, tut Gott weh“, las ich neulich. Wie Gott uns Raum und Zeit zur Umkehr gab, so sollen wir anderen auch Zeit geben. Wenn wir doch endlich aufhören würden, über andere Menschen Jüngstes Gericht zu halten! Es gibt so viel hoffnungslosen Umgang in Familien und am Arbeitsplatz und auch in der christlichen Gemeinde.

Mutmacher sind nötig - keine Miesmacher! Christen, die eine große Hoffnung für andere haben, weil Gott keine hoffnungslosen Fälle kennt.

Zum anderen werde ich hoffnungsvoll mit Gottes Welt umgehen. Jesus möchte, dass seine Nachfolger Hoffnungsträger sind. Hoffnungsträger leben gegen den Trend der gängigen Parolen. Gerade wenn es dunkel in der Welt ist, sollen Christen ihr Licht leuchten lassen. Wir können nicht die ganze Welt verändern. Das Reich Gottes können wir nicht aufrichten.

Aber wir können Zeichen setzen. Hoffnungszeichen für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung. Wer wiedergeboren ist zu einer lebendigen Hoffnung, der ist auch dazu befähigt, Mutiges zu tun.

„Mein Tropfen auf den heißen Stein kann der Anfang eines Regens sein.“


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