/ Wort zum Tag

„Kehr erst mal vor deiner eigenen Tür!“

Bibelvers

Siehe, des HERRN Arm ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könnte, und seine Ohren sind nicht taub geworden, sodass er nicht hören könnte, sondern eure Verschuldungen scheiden euch von eurem Gott.

Jesaja 59,1–2

„Kehr erst mal vor deiner eigenen Tür!“, sagt man. „Schau erst mal bei dir nach, ob es nicht an dir liegt!“ Aber Achtung: Nicht jede Not hat mit Schuld zu tun! Und wir sind auch nicht Gottes Geheimräte, dass wir bei allem wüssten, warum es geschieht.

Ich denke an eine liebe Bekannte: Ihr Mann wurde krank und starb. Er war gerade mal 60 Jahre alt. Sie tröstete sich damit, dass sie sagte: „Auch Gott hat dem Willi nicht helfen können...“ Stimmt das denn? Ist Gottes Arm zu kurz? Sind seine Ohren taub, dass er ihre Gebete überhört hat? Musste er vielleicht auf so viele andere Gebete hören, dass er überlastet war? 

Es klingt so menschlich: „Diese Krankheit war so schlimm – sogar Gott konnte da nichts machen!“ Es klingt auf jeden Fall besser, als wenn man sagte: „Gott wollte dem Willi nicht helfen. Willi war ihm einfach nicht wichtig genug. Oder: er hat nicht genug geglaubt…“

Nein, Gott bleibt der starke Gott. Nichts kann größer sein als er. Und der liebende Gott!

Warum hilft er dann nicht? Wir dürfen auch so fragen! Bei einer Katastrophe, einem Erdbeben, einer Überschwemmung, heißt es oft: „Warum hat Gott das zugelassen?“ In den Psalmen gibt es viele solcher Gebete! Ich darf mit Gott so reden, wie ich es empfinde. Ich darf  auch klagen. Er hält das aus!

Jesaja sagt: „Halte Gott nicht für schwerhörig oder hilflos! Aber vielleicht solltest Du mal fragen: „Steht was zwischen ihm und mir? Guck doch da mal nach!“

Sünde ist wie eine Mauer, sie trennt mich von ihm. Gott kann mit Sünde nichts zu tun haben! Und ich – ich habe ein schlechtes Gewissen. Also frage ich mich: habe ich bewusst etwas getan, was nicht gut war? Wo ich wusste: Gott will es nicht – aber ich wollte es? - und es ist in Vergessenheit geraten.  Ich könnte Gott ja danach fragen! Er will ja gerade nicht, dass ich mit hängendem Kopf herumlaufe „Bestimmt war da was, ich bin eben ein schlechter Mensch!“ Taktik des Teufels ist es, die Dinge zu vernebeln. Gott aber will Klarheit.

Mir tut es gut, wenn ich in mich hineinhorche und es mit Gott kläre. Das kann man nämlich, ganz einfach: Gott fragen und es klären. Und dann um Vergebung bitten, es ablegen bei ihm, dann ist es weg.

Für mich war das bei den Brüdern Kain und Abel so aufschlussreich: Irgendetwas stand zwischen Kain und Gott – so dass Gott sein Opfer nicht annahm; aber statt es mit Gott zu klären, erschlägt er seinen Bruder! Es wäre so einfach gewesen – „Herr, was ist los? Was gefällt dir an mir nicht?“ – aber nein, in blindem Zorn geht er auf den Bruder los!

Ja, und wenn ich nichts finde, keine Sünde – warum hilft mir Gott jetzt gerade nicht?

Muss ich es denn wissen? Vielleicht sollte ich jetzt grade Vertrauen lernen? 

Es liegt eine große Befreiung darin, zu sagen: „Herr, du weißt es. Dein Wille geschehe!“ Loslassen, Abgeben an ihn. Ich werde seine Hilfe wieder erfahren. Denn dass Gott uns liebhat, hat er ja so deutlich in Jesus Christus gezeigt. Von dieser Liebe kann mich nichts trennen (Römer 8,38f).

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