/ Wort zum Tag

Gott hält Wort!

Rositta Krämer über 1. Mose 21,17-18.

Bibelvers

Der Engel Gottes rief Hagar vom Himmel her und sprach zu ihr: Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht; denn Gott hat gehört die Stimme des Knaben dort, wo er liegt. Steh auf, nimm den Knaben und führe ihn an deiner Hand; denn ich will ihn zum großen Volk m

1. Mose 21,17–18

Nun irrt sie mit ihrem Kind ziellos durch die Wüste. Ein Todesurteil hätte nicht schlimmer sein können. Wie kam es dazu? Die Frau in der Wüste heißt Hagar. Sie ist Ägypterin und war bis vor Kurzem eine Dienerin von Sara, der Frau Abrahams. Es lief alles sehr gut. Doch als Hagar für Sara einen Sohn von Abraham zur Welt brachte, wurde das Zusammenleben schwierig. Zugegeben, Hagar ließ ihre Gebieterin spüren, wie stolz sie auf die Schwangerschaft war. Das hat Sara gewiss verärgert. Als dann Hagar den Ismael geboren hatte, wurde nach wenigen Jahren auch Sara schwanger. Kein Mensch hatte das erwartet, am wenigsten Abraham und Sara selbst. Sie hätten sich doch niemals auf die Leihmutterschaft eingelassen, wenn sie noch mit einem eigenen Sohn gerechnet hätten. Für uns heute wohl kaum vorstellbar, war es damals üblich, sich ein Kind von einer anderen Frau auf die Welt bringen zu lassen. Schließlich brauchte man Erben. Bei dem Ehepaar Sara und Abraham war es nicht anders. Sie brauchten Nachkommen, damit der Stamm weiter lebte.

Von Zeit zu Zeit hatte Gott mit Abraham geredet und ihm versprochen, ihn zu einem großen Volk zu machen, durch einen Sohn von Sara. Doch der Sohn kam nicht. Die Jahre flogen dahin, und so griffen die beiden zur üblichen Praxis: Abraham legte sich zu Saras Dienerin. Die wurde schwanger und gebar dann den Ismael, den verheißenen Sohn. So dachten die drei vielleicht. Und die Ägypterin war sich sicher, ihr Sohn würde alles erben. Sie hatte das Glückslos gezogen. Vielleicht hatte sie auch erwartet, die Zweitfrau von Abraham zu werden. Dann wäre sie nicht mehr die Dienerin Saras gewesen, sondern gleichberechtigt Seite an Seite mit ihr.

Eine Redensart lautet: „Erstens kommt es anders und Zweitens, als man denkt!“ Hagar musste die bittere Erfahrung machen, dass sie im Zelt Saras nie mehr sein würde, als eine Leihmutter. Ismael würde nichts daran ändern können. Im Gegenteil. Sara hatte endlich auch einen Sohn geboren, den Isaak. Ismael war nun nicht mehr wichtig. Hagar war nicht mehr wichtig. Für Sara zählte bloß Isaak. Den hütete sie wie ihren Augapfel. Und eines Tages bemerkte sie, wie Ismael sich über ihren Isaak lustig machte. An sich kein großes Drama zwischen Geschwistern. Sara aber marschiert schnurstracks zu Vater Abraham. Sie bedrängt ihn: „Jag diese Sklavin und ihren Sohn fort! Ich will nicht, dass mein Sohn Isaak mit ihm das Erbe teilen muss!“ Aha! Darum ging es ihr? Abraham war damit ganz gar nicht einverstanden, denn schließlich war Ismael auch sein Sohn. Und wohin sollte er Hagar schicken? Wo sollte sie hingehen? Zurück durch die Wüste nach Ägypten? „Sara, das kannst du nicht von mir verlangen.“ Wird Abraham erwidert haben.

Und nun schaltet sich Gott ein. Überraschender Weise hält er zu Sara. Abraham soll tun, was seine Frau verlangt. „Denn nur Isaaks Nachkommen werden das auserwählte Volk sein“, sagt Gott. „Und was wird aus meinem Sohn Ismael? Wird er nicht mit seiner Mutter in der Wüste sterben, wenn ich die beiden fortjage?“ – „Nein!“, verspricht Gott. „Ismael wird auch zu einem großen Volk werden, weil er dein Sohn ist.“ – Und wieder einmal bleibt Abraham nichts anderes übrig, als sich auf das zu verlassen, was Gott zusagt. Er schickt Hagar mit seinem Erstgeborenen fort, so wie es seine Frau Sara verlangt hatte.

Und nun irrt Hagar mit ihrem Sohn durch die Wüste. Ein Todesurteil hätte für sie nicht schlimmer sein können. Denn sie weiß nichts von der Zusage Gottes, Ismael zu einem großen Volk werden zu lassen. Mit dieser Zusage hätte sie glauben können, die Wüste zu überleben. So aber irrt sie umher. Der Junge liegt am Boden und droht zu verdursten. So sieht es aus. Das ist Hagars Realität. Und die ist hoffnungslos. „Ich kann nicht mit ansehen, wie der Junge stirbt“, weint sie und entfernt sich von ihm. Gott hört den Jungen schreien und lässt Hagar daraufhin wissen, dass aus den Nachkommen Ismaels ein großes Volk werden wird. Dieselbe Verheißung, die er schon Abraham gegeben hatte. Und plötzlich sieht die verzweifelte Mutter einen Brunnen. Rettung. Das schenkt Gott einer Ägypterin, die ihn nicht darum gebeten hatte, weil er es Abraham versprochen hatte. Gott hält Wort!


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