/ Wort zum Tag

Einsichten in die Einsicht

Bibelvers

Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis.

Sprüche 1,7

Ein starkes Wort für einen neuen Tag: „Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis.“ So wahr diese Aussage ist, so schwer wiegt sie. Kein griffiger Satz wie „Fürchte dich nicht!“ Hier braucht man ein paar Minuten mehr, um die Tiefe auszuloten. Es geht um die Beziehung zu Gott. Um mein persönliches Verhältnis zu ihm. Fangen Sie mit mir an, den Satz von seinem Ende her zu verstehen? „Erkenntnis“ heißt das letzte Wort.

Wenn ich eine Erkenntnis gewonnen habe, zieht das eine Veränderung nach sich. Ich denke  beispielsweise an meine vergebliche Mühe, per Mail am Computer eine Reklamation auf den Weg zu bringen. Nach einigem Hin und Her habe ich den Service der Firma einfach angerufen und mit einem freundlichen Menschen am anderen Ende der Leitung alles in Kürze geklärt. Meine Erleuchtung: Einmal miteinander reden ist besser als zehnmal schreiben. In solcher Sache auf jeden Fall.

Eine ganz andere Erkenntnis betrifft meine Einsicht, dass zum Beispiel die eigene Gesundheit bestimmten Aktionen Grenzen setzt. Man kann noch so viel wollen und sich verausgaben: Manches läuft nicht so wie gedacht. Aber es funktioniert vielleicht auf andere Weise. Oder Gott zeigt einem, dass es gar nicht sein muss, dieses oder jenes zu schaffen. Erleuchtung und Einsicht verändern mich. Vorausgesetzt: ich lasse mich darauf ein.

Und nun geht es in meiner Beziehung zu Gott um die gewaltige Erkenntnis, dass ich vor IHM nichts, aber durch IHN alles bin. Was er aus mir macht, das ist meine Bestimmung. Das ist mein Lebensauftrag. Ist mein Sinn und schließlich mein Frieden. Ich darf mich auf Gott beziehen, weil er sich in seiner maßlosen Liebe auf mich bezieht.

Nur muss ich mich täglich dieses Geschehens vergewissern. Damit ich erkenne, wie´s um mich steht. Damit ich erkenne, woher ich komme und wohin ich gehöre. Wenn es aber passiert, kann ich doch überhaupt nicht anders, als meinen Herrn und Gott zu fürchten.

Also in dankbarer Achtung seine Größe bekennen, in Ehrfurcht seinen Namen anrufen, in Hochachtung die Wunder seiner Hände bestaunen. Die Furcht des Herrn entspringt der Erkenntnis, ihm zu gehören. Dass ich ihm aber eigen bin, lässt mich erkennen, seiner Allmacht und Liebe ehrfurchtsvoll zu begegnen.

Mir kommt die Geschichte in den Sinn, die erzählt, wie ein römischer Offizier Jesus auflauert, um ihn als Arzt für seinen todkranken Soldaten zu bemühen. Der Hauptmann hatte in seinem Herzen nicht nur vermutet, er hatte erkannt: Die Macht dieses Jesus von Nazareth ist derart weitreichend, dass seinerseits ein einziges Befehlswort genügt und der fern ab ans Bett Gefesselte wird genesen.

Allein er, Gottes Sohn, wird die aussichtslose Lage verändern können. Und so tritt der Bittsteller ehrfürchtig, aber voller Vertrauen an den Herrn heran. Er kommt gleich zur Sache. Und er tritt selbst innerlich zurück. „Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst... Ich bin keiner, der nach den Geboten der Juden gelebt und gehandelt hat. Im Gegenteil. Aber es braucht ja keinen Hausbesuch. Dir, Herr, ist nichts unmöglich. Du heilst durch dein Wort!“

Treffender als durch diesen Hauptmann lässt sich kaum beschreiben, was „Furcht des Herrn“ meint und wie sie praktiziert werden kann. Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Darum will ich es heute erneut bekennen: „Danke, Herr, dass du mich siehst! Danke, dass du mich annimmst und mir verzeihst. Danke, dass das Band meiner Beziehung aus Liebe geknüpft ist. Hilf mir, diese Erkenntnis niemals aufzugeben. So will ich dich fürchten mit einem Lob auf den Lippen und in der Gewissheit: Was auch immer heute passieren wird, nichts geschieht ohne dein Zutun.“ Amen.

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