/ Wort zum Tag

Königskind

Bärbel Wilde über 1. Johannes 3,1

Bibelvers

Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch!

1. Johannes 3,1

Ich erzähle Ihnen einmal ein schönes Märchen: Ein König lässt sich durch eine Stadt seines Königreiches fahren, auch durch die Slums. Er sieht einen kleinen schmutzigen Straßenjungen. Er schickt seinen Oberhofmarschall zu ihm mit der Nachricht: „Der König möchte, dass du sein Kind wirst!“ Der Junge begreift nicht. „Wer? Ich? - O ja!“ Der König lässt ihn auf sein Schloss bringen. Es wird verkündet: „Das ist des Königs geliebtes Kind!“ Danach beginnt eine Säuberungsaktion. Ab in die Badewanne. Alte Klamotten in den Müll. Neue Sachen zum Anziehen. Der Junge weiß natürlich nicht, wie er sich als Königskind zu benehmen hat. Er hat viel zu lernen. Adel verpflichtet. Immer wieder geht mal etwas schief. Er putzt sich mit dem Ärmel die Nase. Er isst mit den Fingern. Er schreit: „Ich will aber nicht brav sein!“ Aber der Junge ist adoptiert. Er bleibt das Kind des Königs. Trotz Pannen, Pech und Pleiten. Was wäre gewesen, wenn der König dem Oberhofmarschall gesagt hätte: „Sag dem Jungen, er soll lernen, wie man sich als Königskind benimmt. Wenn er das geschafft hat, bin ich bereit, ihn zu adoptieren!“? Das wäre wahrscheinlich nie etwas geworden.

Im 1. Johannesbrief heißt es, dass der allmächtige Gott uns zu seinen Kindern macht. Gott, der König aller Könige. Das geschieht nicht gegen unseren Willen. Den Adel der Gotteskindschaft hat niemand von Haus aus. Gott fragt, ob wir sein Kind sein möchten. „Wer? Ich? -O ja!“ Wir können uns die Gotteskindschaft nicht erkaufen oder durch religiöse Klimmzüge erarbeiten. Das wird nichts. Gott nimmt uns an, wie wir sind. Seine Liebe geht den ersten Schritt auf uns zu. Wir können zur Gotteskindschaft  nichts dazu tun. Gott hat alles getan. Er hat seinen eigenen Sohn Jesus Christus nach Golgatha geschickt. Dort starb er für uns. Er hat die Adoptionsurkunde, den Adelsbrief mit seinem Blut unterschrieben.

Wer vor dem gekreuzigten Sohn Gottes niederkniet und um Vergebung bittet, wird von der belasteten Vergangenheit gereinigt. Neuanfang als Gottes Kind. Wie töricht wäre es, nicht einzuwilligen. Gottes Kind zu sein, ist ein Vorrecht. Das Verhältnis zu dem Vater im Himmel ist keine Geschäftsbeziehung, sondern eine Liebesbeziehung. Wäre die Gotteskindschaft von meinem Wohlverhalten abhängig, würde die Angst ständiger Begleiter sein, sie zu verlieren. Nein abhängig ist sie von der Liebe des Vaters im Himmel, die er uns erwiesen hat. 

Ich wünsche jedem die dankbare Freude: „Ich bin Gottes Kind. Ich darf mich jetzt ‚von‘ nennen. Nicht nur von Windsor, Grimaldi oder Hohenzollern, sondern von Gott. Königskind! Sein geliebtes Kind!“

Allerdings: Adel verpflichtet! Das Geschenk, „Kind Gottes“ zu sein, ist mit der Aufgabe verbunden, entsprechend zu leben. Da gibt es täglich etwas zu lernen. Aber trotz Pannen, Pech und Pleiten bleibe ich sein Kind. Und das Beste: Das ist kein schönes Märchen, sondern wunderbare Realität.

„Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen - und wir sind es auch!“, heißt es deshalb im 1. Johannesbrief.

Machen Sie sich die Liedstrophe zu eigen?
Herr, öffne mir die Herzenstür,
zieh mein Herz durch dein Wort zu dir,
lass mich dein Wort bewahren rein,
lass mich dein Kind und Erbe sein.


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