/ Wort zum Tag

„Ich sehe was, was du nicht siehst ...?“

Monika Scherbaum über Lukas 17,20-21

Bibelvers

Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man’s beobachten kann; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier!, oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.

Lukas 17,20–21

Kennen Sie das Kinderspiel „Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist ...?“

So ähnlich kommt es mir vor, wenn wir die heutigen Worte von Jesus über das Reich Gottes hören. Stellen wir uns die Situation vor: Jesus und seine Jünger sind unterwegs in Galiläa. Da treffen sie eine Gruppe frommer Pharisäer.

Diese Leute fragen Jesus: Wann kommt denn das Reich Gottes? Und Jesus antwortet zunächst mit einer Abgrenzung, indem er erklärt: „Das Reich Gottes, es kommt nicht so, dass man sagen könnte: hier ist es, oder dort.“ Jesus meint, man kann das Reich Gottes nicht im Reagenzglas beobachten, nicht berechnen oder auf der Landkarte einzeichnen.

Doch: Wie ist es denn? Jesus antwortet: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch.“

Ob die klugen Pharisäer es damals verstanden haben wissen wir nicht.

Das Reich Gottes beginnt - ganz anders als von den Pharisäern erwartet - nämlich winzig klein. Mit einem Baby fängt es an. Gott kommt zu den Menschen in Jesus als Kind in der Krippe. So greift Gott in unsere Welt ein. Wir feiern es in wenigen Tagen. Jede Krippe und jedes Kreuz erinnert uns daran. Gott bietet uns in Jesus seine Freundschaft an, Vergebung von unserer Schuld und einen Neuanfang. Folgen sie seiner Einladung, sagen Sie „Ja“ und lassen Sie sich durch Gottes Wort ermutigen, Ihren Platz in der Geschichte Gottes mit den Menschen zu finden. Leben Sie schon hier und jetzt im Reich Gottes!

Jesus sagt: „Es ist schon da, Heute - Hier und Jetzt. Schau hin, mach die Augen auf! Siehe!“

Das betrifft auch die Menschen, die momentan Gott nicht spüren, ihm nicht mehr glauben können und ihre Zweifel haben.

Und wenn wir jetzt fragen - wo ist es denn, ich sehe es nicht. Ich empfehle ihnen, neugierig zu sein. Mir geht es so, wenn ich mir am Morgen am Küchentisch Zeit nehme und in der Bibel lese. Wenn ich Jesus nach seinen Plan für diesen Tag frage, merke ich oft: Ich bin nicht allein, ich spüre, Gottes Geist wirkt in mir, spricht in mein Leben hinein.

Eine andere Bibelübertragung lautet „Das Reich Gottes ist in euren Händen“. In der frühen Kirche wurde gesagt: „Christus hat keine Hände außer eure Hände.“ Gemeint ist, das Reich Gottes entsteht dort, wo Menschen daran mit bauen. Dort, wo Menschen sich für Frieden, Liebe und Versöhnung in dieser Welt einsetzen. Wo Menschen teilen, ihr Geld, ihre Zeit.

Was denken Sie? Fallen Ihnen Menschen ein, durch die Gott wirkt? Hinein wirkt in Ihr Leben durch einen überraschenden Besuch, ein unerwartetes Geschenk, eine Gunst, mit der sie nicht gerechnet haben?

Andere sagen: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ Das haben wir vermutlich schon erlebt. Gottes Nähe erfahren in Gottesdiensten, in einem Lobpreiskonzert oder im Hauskreis. Immer dann, wenn ein Wort von Gott, eine Liedzeile, ein Gedanke, in mir nachwirkt, denke ich: „Es stimmt doch: Wo wir in Jesu Namen versammelt sind, da ist Gottes Reich mitten unter uns.“ Ob sie das kennen? Gehen sie danach auf die Suche, in den kommenden Feiertagen werden viele christliche Gottesdienste und Veranstaltungen angeboten.

Gottes Reich mit der Gegenwart Jesu kann und will unser Leben verändern. Jeden Tag. Oft ist es im Stillen, klein und verborgen. Und eines Tages wird unübersehbar für alle Welt: Gott sein ewiges Reich aufrichten!

Spätestens dann können wir mit einstimmen: „Ich sehe was - was du nicht siehst ...und da ist es!“


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