/ Wort zum Tag

Wie Jesus

Dagmar Rohrbach über Philipper 2,5

Bibelvers

Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.

Philipper 2,5

Es gibt deutsche Worte, die wir als Fremdwörter empfinden. Das sind z.B. Demut und Sanftmut. Jesus sagt in Mt11: „ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.“ Beides sind Eigenschaften, die sich im Verhalten anderen gegenüber zeigen.

Demütig ist man, wenn man nicht hochmütig oder stolz ist. Es ist eine ungeheuchelte Art, aufrichtig, empfänglich, lernbereit zu sein. Dazu gehört der Mut, uns so vor Gott zu sehen, wie wir sind. Wirklich demütig sein können nur Menschen, die wissen, wer sie in Gott sind. Erst erkennen, dass wir vor ihm schuldig sind. Dann seine Vergebung und Erlösung annehmen. Danach sind wir geliebte Kinder Gottes. Sanftmütig ist man, wenn man auf das unfreundliche Handeln anderer nicht auf gleiche Weise reagiert. Beides erfordert Mut. Jesus hat das mit seinem Leben gezeigt. Im heutigen Wort zum Tag zum Tag aus Philipper 2,5 wird uns Jesus als Vorbild hingestellt: Seid so unter euch gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.“ Oder: wie es auch in Christus Jesus ist. In ihm war zutiefst eine Haltung, die uns von Natur aus fremd ist. Im ganzen Abschnitt in Phil2 wird diese Haltung beschrieben. Da ist von herzlichem Mitleid die Rede, von Erbarmen, einmütig, eines Sinnes zu sein. Wir sollen nichts aus Eigennutz oder um der Ehre willen tun. Auch nicht nur auf das Eigene sehen, sondern auf das der anderen. Uns ist meist Ehre und Ansehen wichtig. Wir reagieren heftig, wenn uns Unrecht geschieht. Ob es auch anders geht? In der christlichen Gemeinde soll es anders sein. Aber ist das unsere Erfahrung? Deswegen schreibt Paulus ja hier diese Aufforderung und stellt den Christen damals und heute die Haltung von Jesus vor Augen.

Aber ich möchte doch deutlich sagen: Demut ist nicht Schwächlichkeit oder unkritische Unterordnung. Sie kuscht nicht und steckt auch nicht zähneknirschend zurück.

Das können wir bei Jesus sehen, als er seinen Jüngern die Füße wäscht. Da wird über ihn gesagt: „Jesus aber wusste, dass ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging.“ In diesem Wissen konnte er den Sklavendienst tun, für den sich seine Jünger zu gut vorkamen. Auch seine Bereitschaft, die himmlische Herrlichkeit zu verlassen und den Weg bis zum Tod am Kreuz zu gehen, ist beispiellos. Er hat nicht auf das Eigene gesehen, sondern auf unsere Not.

Suchen Sie die Gegenwart Jesu auf. Betrachten Sie sein Leben, seine Liebe und Hingabe. Nehmen Sie das für sich auf in Ihr Leben. Lassen Sie sich von Jesus die tiefe Gewissheit schenken: Sie sind wer, Sie sind geliebt und angenommen. Diesen Wert kann Ihnen niemand nehmen, gleich wie sich andere verhalten. Dann können Sie frei werden für andere, demütig und sanftmütig wie Jesus zu werden.

 


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