/ Wort zum Tag

Liebe statt Eigennutz

Bibelvers

Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.

Philipper 2,4

„Ich, mir, meiner, mich“ – das sind die am meisten gebrauchten Worte bei manchen Menschen.
Alles dreht sich um mein Fortkommen, meine Karriere, mein Wohlergehen, meine Gesundheit, meine  herrlichen Erlebnisse und Reisen, vielleicht auch noch um meine Familie.

„Ich, mir, meiner, mich“ – das ist die Perspektive des Menschen, der nur um sich selber kreist.
Das ist die Haltung, an der unsere ganze Gesellschaft krankt. Und manchmal auch das Zusammenleben in unseren Gemeinden. Doch schon das Alte Testament weiß: Wir gehen alle in die Irre, wenn wir nur auf unseren eigenen Weg sehen.So lesen wir es beim Propheten Jesaja.

Wo Eigennutz und die Sucht nach der eigenen Ehre herrschen, da kann die Liebe keinen Raum gewinnen. Da wird auch die von Jesus geschenkte Gemeinschaft zerstört.
Der Apostel Paulus widerspricht dieser Haltung. Er setzt dagegen: Menschen, die an Jesus Christus glauben, leben anders.

Er schreibt an die Gemeinde in Philippi im Philipperbrief, Kapitel 2, Vers 4:
Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.

Schaut doch auch auf das, was anderen Menschen zum Leben und zum Glauben dient. Nehmt die Menschen in den Blick, mit denen ihr zusammenlebt, die Menschen, die euch tagtäglich begegnen,
vor allem die Menschen, deren Not euch Gott vor Augen stellt, die er euch gewissermaßen vor die Füße legt. Sie brauchen eure Liebe, damit sie darin auch Gottes Liebe entdecken. Das kleine Wörtchen „auch“ sollten wir dabei nicht übersehen.

„Schaut auch auf das…“ – schreibt Paulus. Er will gar nicht, dass wir uns selbst vergessen. Unsere eigenen Anliegen, Wünsche und Sehnsüchte werden nicht schlechtgemacht. Gott weiß, wonach wir uns sehnen. Und unsere Sehnsüchte und Nöte sind ihm nicht gleichgültig. Es ist doch so: Wir können uns gar nicht mit ganzer Kraft für andere Menschen einsetzen, wenn wir schlecht von uns selber denken und uns selbst nichts gönnen. Jesus hat uns aufgetragen: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“
Wir können den anderen nicht wirklich lieben und wertschätzen, wenn wir nicht entdeckt und erfahren haben, wie sehr uns Gott liebhat und welchen unendlichen Wert wir in seinen Augen haben.
Diese Liebe und Wertschätzung Gottes erfahren wir durch Jesus.

Deshalb lenkt Paulus den Blick in den folgenden Versen auf Jesus: „Seid so unter euch gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.“ Und dann erzählt er die Jesusgeschichte:
Jesus hält seine göttliche Herrlichkeit nicht fest. Er kommt als kleines Menschenkind in unsere Welt,
er teilt unser menschliches Schicksal und ist uns so ganz nahe in unserer Situation und in unserer Not.
Er geht für uns ans Kreuz, damit wir die Vergebung und Liebe Gottes erfahren und Gotteskinder werden.

Er kehrt zurück zum Vater im Himmel, um durch seinen Heiligen Geist in neuer Weise bei uns zu sein.
Der Schlüssel für unsere Liebe zu den anderen Menschen liegt in der Liebe Gottes, die wir durch Jesus erfahren haben. Als Geliebte sehen wir die anderen Menschen mit ihren Bedürfnissen und Nöten im Licht seiner Liebe. Dann lernen wir auch darauf sehen, was dem anderen dient. Wir geben die Liebe weiter, von der wir selber leben. Und andere Menschen erfahren die Liebe, die sie brauchen,
die Liebe, ohne die ihr Leben nicht gelingen kann.

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