/ Wort zum Tag

Wunderbare Aussichten

Wolfgang Schulze über Psalm 107,3.8

Bibelvers

Die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von Norden und Süden: Die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut.

Psalm 107,3.8

Psalm 107 ist ein Dankpsalm. Dieser war ein Bestandteil in der Liturgie eines Dankfestes in Israel. Die Verse drei und acht lauten:

„Die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, Norden und Süden … die sollen dem Herrn danken für seine Güte und für seine Wunder, die er am Menschen tut.“ (Psalm 107,3.8)

Verschiedene Gruppen werden mit diesem Psalm aufgerufen, Gott für seine Güte und Hilfe zu danken, die sie auf wunderbare Weise erlebt hatten. Die aus allen Himmelsrichtungen zusammengeführten, bildeten eine dieser Gruppierungen. Vielleicht waren es die Pilger, die von weit her sich hier im Heiligtum eingefunden hatten, um dieses Dankfest mitzufeiern. Wahrscheinlich dachte man aber auch an die Heimkehrer aus dem babylonischen Exil.

Wenn ich heute den Psalm lese, denke ich auch an die Staatsgründung Israels 1948 und die Sammlung des Volkes danach, die bis zur Stunde anhält. Es ist ein Wunder vor unseren Augen, was da in unserer Zeit geschieht.

In Deutschland feiern wir heute am 3. Oktober den Tag der Deutschen Einheit. An diesem Tag wurde 1990 die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten nach dem Mauerfall im Oktober 1989 vollendet. Erst am 7. Oktober 1989 wurde noch mit großem Pomp und einer Militärparade das 40jährige Bestehen der Deutschen Demokratischen Republik gefeiert. Keiner hätte nach dieser Demonstration der Stärke damit gerechnet, dass nur wenige Wochen danach dieser Staat am Ende war. Was dann passierte, war so nicht vorgesehen und geplant und kam für alle Beteiligten sehr überraschend. Die Grenze, an der im Laufe der Jahre viele bei ihrem Fluchtversuch getötet wurden, öffnete sich plötzlich wie von alleine. Es fiel dabei nicht ein einziger Schuss. Unglaublich! Es ist für mich ein Wunder, das Gottes Handschrift trägt. Er hat Menschen aus Ost und West wieder zusammengeführt.

In der Bibel spielt die Zahl 40 eine bedeutende Rolle. 40 Tage dauerte die Sintflut. 40 Tage war Mose auf dem Sinai, als er von Gott die Gesetzestafeln empfing. 40 Jahre wanderte Israel durch die Wüste. 40 Tage blieb Jesus vor seinem Dienstbeginn zum Beten und Fasten in der Wüste. Und jetzt kam nach exakt 40 Jahren mit der Wiedervereinigung die Wende in Deutschland. Ob das auch ein Zeichen für Gottes Handeln ist? Auf jeden Fall ist es ein Grund, ihm für seine Güte und dieses Wunder zu danken. Mir kommt auch noch ein weiterer Grund in den Sinn. Jesus hat für die Menschen, die mit ihm leben, angekündigt, das bei seiner Wiederkunft die Engel seine Nachfolger aus allen Teilen der Erde und aus allen Himmelsrichtungen sammeln werden, damit sie bei ihrem Herrn seien. Wir leben als Christen mit dieser wunderbaren Aussicht für die Zukunft und können unseren Herrn schon im Voraus dafür danken. Und bis es so weit ist, sammelt Jesus durch Gemeinde und Mission andauernd und weltweit neue Menschen, die sich ihm anschließen und am Ende dabei sein werden. Die Menschen in unserer Gemeinde stammen aus verschiedenen Regionen Deutschlands und zum Teil auch aus anderen Nationen. So ist allein die Zusammensetzung einer christlichen Gemeinde ein kleines Abbild von Gottes Zusammenführung seines Volkes. Ja, wir wollen ihm danken für seine Güte und die Wunder, die er an uns tut.


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