/ Wort zum Tag

Gott ist größer

Ulrich Mack über Apostelgeschichte 17,24-25

Bibelvers

Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt.

Apostelgeschichte 17,24–25

Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. Apg 17,24+25

Glauben alle Menschen an denselben Gott? Christen, Muslime, Buddhisten und Hinduisten? Ist Christsein nur eine Spielart der Religion – und zwar einer vom Menschen gemachten und erdachten Religion? So denken heute viele und wenden sich kritisch vom Glauben ab. Es ist wichtig, sich den Fragen zu stellen. Eine Erzählung in der Bibel ist dabei interessant. Die Apostelgeschichte erzählt, wie Paulus nach Athen kommt. Er sieht sich in der berühmten Stadt um. Er betrachtet die Tempel und Götterstatuen. Hier der furchteinflößende Zeus, dort die liebliche Hera, da die attraktive Artemis. Paulus ärgert sich über die Götzenverehrung. Es wurden damals so viele Götter verehrt – griechische und römische, ägyptische und persische und viele mehr. Kein Mensch überblickte sie alle. Und dann, so dachte man, dann könnte es doch sein, dass wir noch eine Gottheit übersehen, die über unser Schicksal entscheidet. Die wollen wir doch nicht beleidigen. Deshalb bauen wir auch ihr einen Altar und schreiben darauf: „dem unbekannten Gott“. Paulus sieht auch diesen Altar. Er beginnt zu reden und knüpft an diesem Altar an. „Ich verkündige euch Gott!“ Das interessiert die philosophie-begeisterten Athener. Neugierig laden sie Paulus zur Diskussion ein. Paulus lässt sich darauf ein. Er beginnt seine Rede ganz geschickt: „Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt“. Menschen suchen Gott, ja! Paulus sieht, wie sie sich bemühen. Wie sie Angst haben, eine Gottheit zu vergessen, und darum “dem unbekannten Gott“ einen Altar bauen. Aber lässt sich Gott so fassen? Lässt er sich in menschlicher Bildhauerkunst finden oder im Gehirn erfinden? Paulus antwortet darauf: „Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt.“

Gott ist größer, betont Paulus. Er ist größer als unsere Ahnung. Er ist größer als unsere Gedanken. Viele Menschen meinen wie der Philosoph Ludwig Feuerbach, Gott sei nur eine Erfindung des menschlichen Gehirns, eine Projektion innerer Bilder an eine himmlische Leinwand. Nun lässt sich Gott nicht beweisen, das wissen wir. Aber wir können fragen: woher kommt denn das Gespür, dass es eine höhere Wirklichkeit geben müsse? Woher steckt im Menschen die Ahnung von Gott, wenn sie nicht von Gott selbst gegeben wäre? Bei einer Antenne oder Satellitenschüssel kann ich ja auch nicht sagen: Sie produziert das Fernsehbild. Nein, sie produziert es nicht, sondern sie empfängt es. So, wie unser Gehirn nicht eine vorgetäuschte Wirklichkeit produziert, sondern empfängt. Paulus betont in seiner Rede: „Keinem von uns ist Gott fern“. Die Götterfiguren, so zeigt Paulus, habt ihr geschaffen. Aber Gott könnt ihr nicht machen. Gott hat uns geschaffen. Jeder Mensch ist ein Original aus seiner Schöpferwerkstatt. Wir sind Geschöpfe aus seiner Hand, nicht umgekehrt.

Und da auf einmal geschieht es auf dem Athener Areopag: Da wird aus der philosophischen Rede des Paulus eine Anrede: Lasst Euch von Gott fassen. Wie geschieht das? Paulus antwortet: durch Jesus Christus. Unsere menschlichen Gedanken kommen irgendwann an eine Grenze. Wer wirklich Gott suchen und finden will, soll und darf sich von ihm finden lassen. Dazu kam Jesus in die Welt. In ihm zeigt sich Gott. Viele Menschen sind heute auf der Suche nach Gott. Fündig werden sie bei  Jesus – weil Gott sich selbst in Jesus Christus bekannt gemacht hat.


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