/ Wort zum Tag

Ein sportliches Bibelwort

Bibelvers

Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.

Psalm 18,30

Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen, Psalm 18,30 

Haben Sie schon mal Stabhochspringer beobachtet? Ich bewundere diese Sportler. Ein Stabhochspringer nimmt Anlauf, drückt sich mit dem flexiblen glasfaserverstärkten Kunststoffstab nach oben und überspringt die hohe Latte. Der Weltrekord liegt bei über 6 m. Einfach so über die Sprunglatte oder über ein zwei Stockwerke hohes Hindernis springen können – das hat was. Das sollte man können. Auch im Alltag. Nicht, dass wir immer die 6 m überspringen müssten; aber manche Situationen, die einer hohen Latte gleichen oder mächtigen Mauern, kenne ich. Ein wichtiges Gespräch steht bevor. Wie überwinde ich die Angst, dass da etwas schief läuft? Oder die Sorge wegen einer Krankheit oder Behinderung kann wie eine Mauer sein. Wie komme ich darüber hinweg? Oder denken Sie daran, wie es ist, wenn Enttäuschung oder Verbitterung sich im Herzen festgesetzt hat, vielleicht wegen eines Mitmenschen, dem man vertraut hat – und jetzt ist die Latte der Versöhnung hoch gelegt. Was hilft?

In Psalm 18 steht der Satz: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“. Ein sportliches Bibelwort. Ein starkes und vor allem eines, das Mut macht. Zum Beispiel für das schwierige Gespräch, das heute bevorsteht. Ich habe keinen langen Glasfaserstab, aber ich habe den Gebetszugang zu Gott. Ich kann ihn bitten: Herr, gib Du mir Kraft, die richtigen Worte und Entscheidungen zu finden. Sogar während eines Gesprächs kann ich beten. Jemand erzählte mir, dass er in solchen Situationen im Stillen das alte Lob spricht: „Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist“. Die innere Glaubensgelassenheit können wir uns von Gott schenken lassen. Sie hat das Potenzial einer großen Sprungkraft. Um eine solche Kraft können wir auch bitten, wenn Verbitterung sich im Herzen festsetzen will und wir uns fragen, wie wir über eine Enttäuschung hinwegkommen. Es gibt Situationen, die wie eine Mauer vor uns stehen. Die können wir auch nicht einfach einreißen. Der Psalmbeter sagt ja nicht: mit meinem Gott kann ich Mauern einstürzen lassen. Sondern darüber springen. Gott gibt die Sprungkraft, mit der Angst vor morgen oder einer Enttäuschung von gestern anders umzugehen.

Wobei eines wichtig ist: Der Psalmbeter sagt ja nicht: Gott wird dich locker darüber hinweg tragen. Er redet vom Springen. „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“. Springen – das ist Bewegung. Manchmal braucht man einen Anlauf dazu. Einen kräftigen Schritt. Manchmal braucht man auch richtig Mut dazu. Still stehen oder sitzen bleiben nutzt wenig, um Mauern zu überwinden. Gott will uns immer wieder in Bewegung setzen. Dem Abraham sagte er: zieh los! Das Volk Israel führte er zur Wanderschaft. Jesus rief in die Nachfolge. Und die Apostelgeschichte erzählt: Der Heilige Geist setzt Menschen in Bewegung. Auch das Springen über Mauern kann dazu gehören. Genau dazu macht der Psalm Mut: Herr, gib mir heute die Kraft, über Mauern zu springen. Es kann sein, dass die Mauer groß ist. Aber das Versprechen, dass du bei uns bist, ist größer. Es kann sein, dass manche Latte heute hoch liegt. Aber die Kraft, die du, Gott, schenkst, ist höher. Darauf vertraue ich.

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