/ Wort zum Tag

Ein aufmerksamer Gott

Bibelvers

Lasst euer großes Rühmen und Trotzen; denn der HERR ist ein Gott, der es merkt, und von ihm werden Taten gewogen.

1. Samuel 2,3

Grossspurige Worte, geringschätzende Gesten bringen nichts. Gott lässt sich nichts vormachen. Punkt. Es gibt keine Alternative: Lasst euer großes Rühmen und Trotzen, freches Reden gehe nicht aus eurem Munde … . Den Teil mit dem frechen Reden lässt die Losung aus. Trotzdemgehört er dazu: Sich aufplustern und gross machen gehört zur Verteidigungsstrategie mancher Tierarten. Sie versuchen, damit potenzielle Feinde über ihre Schwäche und Kleinheit hinwegzutäuschen. Sie haben wohl keine andere Wahl. Aber: Wie ist das mit uns Menschen? Wieviel „Imponiergehabe“ gehört zu unserem Alltag?

„Bringt nichts“, meint in unserm Abschnitt die fromme Hanna: „… denn der HERR ist ein Gott, der es merkt, und von ihm werden Taten gewogen.“

Ist das wirklich so? Oder ist das vielleicht bloss der fromme Wunsch einer Frau, die allzu lange erlebt hat, wie sie als Kinderlose klein gemacht wurde?

Die Tageslosung steht im sogenannten Hanna-Lied. Hanna dankt damit Gott für die Erhörung ihres verzweifelten Gebetes um ein Kind und für die Geburt Samuels. Sie hat erlebt: Gott hört auch die Kleinen und Unbedeutenden an. Gerade sie sind Gott wichtig. Hanna weiss, dass die andern sie nicht für immer klein halten können, weil Gott sie aufgerichtet hat.

Gottes Zuwendung zu den Verzweifelten und Bedrängten, zieht sich wie ein roter Faden durch die Bibel. Die Bibel passt nicht so recht in die Welt der Starken, Selbstbewussten und Grossen. Das Hanna-Lied ist ein eindrückliches Zeugnis dafür. Vers 8 unterstreicht das: „Der Herr richtet den Geringen auf aus dem Staub, hebt den Armen auf aus dem Kot …“                                                                       1. Sam. 2,8 (Zürcher Bibel)

Da wird ein Gott beschrieben, der für die Schwachen und Bedrückten Partei nimmt. Gott hat es eher mit den Ohnmächtigen als mit den Mächtigen. So heisst es am Ende von Vers 9: „… denn viel Macht hilft doch niemand.“

 Müssen wir also arm und elend werden, damit Gott uns helfen kann? Gewiss, Ruhm bei den Menschen zu suchen, sollte nicht unser erstes Ziel sein. Und Gott gegenüber zu trotzen wäre zwecklos. Armut oder Verachtung sind aber keine Voraussetzung, um Gott zu gefallen. Das zeigt die Geschichte von Hannas Sohn, Samuel. Er gehört zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Bibel. Er war sowohl bei Gott als auch bei den Menschen angesehen. Das ist offensichtlich nicht verboten. Dabei orientierte er sich aber stets am Willen Gottes. Selbst im Umgang mit Königen.

„Lasst euer grosses Rühmen und Trotzen …“, Während den Kinderbibeltagen unserer Gemeinde beschäftigten wir uns mit der Geschichte von Hanna und Samuel. Eine junge Mitarbeiterin erzählte mir später, dass für sie diese Geschichte eine der wichtigsten in der Bibel geworden sei. Sie helfe ihr zu glauben, dass sie für Gott wertvoll sei. Ja, „… der HERR ist ein Gott, der es merkt.“

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